Uedem: Einsatz für die Ärmsten

Uedem: Einsatz für die Ärmsten

Uedems Messdiener wollen helfen – mit Osterkerzen. Ein Teil der dafür gesammelten Spenden soll den Erdbebenopfern auf Haiti zugute kommen. Barbara Becker erzählte von den Zuständen in einem der ärmsten Länder.

Uedems Messdiener wollen helfen — mit Osterkerzen. Ein Teil der dafür gesammelten Spenden soll den Erdbebenopfern auf Haiti zugute kommen. Barbara Becker erzählte von den Zuständen in einem der ärmsten Länder.

1300 gesegnete Osterkerzen wird die Messdienergemeinschaft St. Laurentius Uedem auch in diesem Jahr am Gründonnerstag in der Gemeinde verteilen. Die dabei gesammelten Spenden sind diesmal nicht nur für die Messdienerkasse gedacht, sondern sollen auch den Verein zur Förderung von Schule, Alphabetisierung und Gesundheit in Hispaniola unterstützen.

Damit die Messdiener wissen, wofür sich der Verein in Hispaniola (Dominikanische Republik und Haiti) einsetzt, hatten sie die Vorsitzende Barbara Becker eingeladen, über ihre Arbeit zu berichten, bevor sie für drei Wochen mit ihrem Vereinskollegen Michael Heiming nach Hispaniola fliegt.

Barbara Becker ist Grundschullehrerin und arbeitet mit einer der Messdienergruppenleiterinnen, Sabine van de Loo, zusammen, wodurch der Kontakt zustande kam. Seit zehn Jahren ist der Verein in der Dominikanischen Republik aktiv, seit einem Jahr lassen es die politischen Bedingungen auch in Haiti zu, dass die Niederrheiner helfen.

Die Entscheidung der Vereinsgründer fiel auf Hispaniola, nachdem sie sich die Daten der UNESCO besorgt hatten, die Haiti als ärmstes Land Amerikas darstellten. Auch die Dominikanische Republik ist unter den vier ärmsten Ländern Amerikas, daher setzte man dort mit der Hilfe an. Angefangen habe man mit kleinen Projekten, inzwischen hat der Verein 34 Schulen gebaut, um durch Bildung langfristig gegen das Elend zu kämpfen. Hinzu kommt, dass die Schulen bei Hurrikangefahr als Schutzräume dienen.

Jeder Euro, den der Verein erhält, geht in die Projekte. Kosten, die beispielsweise durch die Reisen oder Flyer entstehen, trägt er selber. Vor rund einem Jahr konnte sich der Verein endlich auch in Haiti einbringen. "Haiti ist unvorstellbar arm. Ich habe mir das nicht vorstellen können", berichtete Becker. 65 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze. Mit zahlreichen Fotos (vor und nach dem Erdbeben) dokumentierte die Rednerin ihre Erzählungen über Schulbauten, zerstörte Wohngebiete und geplante Projekte.

Zwei Projekte, in die auch das Geld der Messdiener fließen wird, werden in Haiti gefördert. Einmal werden die Erdbeben-Flüchtlinge in Sassier unterstützt, für die voraussichtlich noch lange Gelder benötigt werden, um eine Grundausstattung für die Menschen zu schaffen. Außerdem fließt Geld in die Haiti Care Schule in Port-au-Prince, "die nächsten Sommer wieder laufen soll".

(RP)