Goch-Asperden: Eine Million Tonnen mehr Kies gefördert

Goch-Asperden : Eine Million Tonnen mehr Kies gefördert

In Asperden laufen die Vorbereitungen zur Auskiesung von weiteren zehn Hektar Fläche auf Hochtouren. Die Stadt hat sich mit dem Betreiber gmg geeinigt, bereits im kommenden Monat soll mit der neuen Förderung begonnen werden.

Entlang der Mauern des Klosters Graefenthal durchpflügen lange Furchen die Erde. Dabei handelt es sich nicht um die Rekonstruktion alter Wassergräben rund ums Klostergelände — das wäre historisch auch schlicht falsch. Hier soll bereits im kommenden Monat mit der Förderung von insgesamt einer Million Tonnen Kies zusätzlich begonnen werden.

Möglich gemacht wird das durch eine zehn Hektar große Erweiterungsfläche der Kiesgrube "Goch III" zwischen dem Klostergelände und der abgebrannten Reithalle in Asperden. Förderbänder sollen den Kies von dort unterirdisch zum Betriebsgelände der fördernden gmg führen. Also an den See, an dem sich auch das Freizeitbad GochNess befindet. "Wir haben eine einvernehmliche Lösung mit der Stadt gefunden", sagt der Geschäftsführer gmg-Geschäftsführer, Simon van Dijk.

Damit haben die Streitigkeiten um die Erweiterungsfläche ein Ende gefunden — zu Gunsten der gmg. Und das, obwohl Rat und die Verwaltung der Gemeinde sich ursprünglich gegen eine zusätzliche Förderung ausgesprochen haben. "Goch hat ein Verfahren eingeleitet, um die rechtliche Situation prüfen zu lassen", sagt Karl-Heinz Bremer, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat. Das Ergebnis: "Die Chance auf einen Erfolg war als Kommune gleich Null", sagt Bremer.

Das Förderband verläuft unter der Zufahrt zum Gut Graefenthal. Schon im nächsten Monat soll mit der Kies-Förderung auf zehn Hektar Fläche begonnen werden. Foto: Gottfried Evers

Die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg hatte bereits eine Genehmigung erteilt, damit waren der Weberstadt praktisch die Hände gebunden. "Wir hätten nur noch eine Verzögerung des Verfahrens erwirken können. Dann wären auch noch zusätzliche Kosten entstanden", meint Stadtsprecher Torsten Matenaers.

An der grundsätzlichen Haltung habe sich aber nichts verändert: "Wir sind gegen neue Erschließungsgebiete", sagt er. Bei den zehn Hektar, in denen jetzt gebaggert werden soll, handelt es sich rechtlich aber auch nicht um ein komplett neues Gebiet, sondern lediglich um eine Erweiterung. "Das hat uns nicht gepasst und passt und jetzt auch nicht. Aber wir sind nicht Herr des Verfahrens", sagt Matenaers.

Für die gmg bedeuten die eine Million Tonnen Kies Fördermöglichkeiten für die kommenden drei Jahre. Für die Zeit ist die Existenz der Firma, samt der damit einhergehenden Arbeitsplätze in Goch, gesichert. Was danach kommt, bleibt abzuwarten. "Auf der einen Seite wollten wir auf der Erweiterungsfläche fördern, weil die Qualität des Kieses gut ist. Auf der anderen Seite aber auch, weil uns nichts anderes mehr übrig bleibt. Man bekommt keine Genehmigungen für neue Flächen im Bezirk Düsseldorf", erklärt Geschäftsführer Simon van Dijk. "Mehr Möglichkeiten haben wir nicht."

Die Entwicklung mit Humor nimmt Michael Urban vom Förderverein Kloster Graefenthal. "Das ist total super, wir können aus dem Kloster bald ein Wasserschloss machen", sagt er ironisch. Denn das Gut, ursprünglich zwischen Wald und Feldern gelegen, ist mittlerweile von Baggerseen geradezu umkreist (siehe auch Bild aus der Vogelperspektive).

(RP)
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