Ein Radwegekonzept ist in Vorbereitung.

Goch : Radfahren in Goch muss sicherer werden

Bei einem „Radcafé“ konnten Gocher jetzt den Stand der Planungsarbeiten zum Radverkehrskonzept kennenlernen. An Thementischen wurden Meinungen ausgetauscht und Hinweise gegeben. Streckennetze in Vorbereitung.

Jahrelang blieb das Thema in der Schwebe, weil in der Gocher Stadtverwaltung das Personal fehlt(e), um sich intensiv zu kümmern. Das hat sich im Prinzip kaum geändert, allerdings wurde Geld in den Haushalt eingestellt, damit sich ein auswärtiges Planungsbüro damit beschäftigen konnte. Nun endlich soll ein „Radwegekonzept“ für die Gocher Innenstadt ausgearbeitet werden. Es muss noch im Fachausschuss besprochen und im Rat beschlossen werden. Zwischenzeitlich fand ein „Radcafé“ statt, bei dem insbesondere die Aktiven der Gocher Radfahrgruppen in lockerer Atmosphäre Fragen stellen und Hinweise geben konnten.

Schon monatelang zuvor hatten einige Bürger das Angebot genutzt, sich als „Wegedetektiv“ einzubringen. Denn Bürgermeister Ulrich Knickrehm hatte festgestellt, dass die regelmäßigen Radfahrer der Stadt schließlich „Alltagsexperten“ seien. Soll heißen: Niemand weiß so gut wie diejenigen, die ihre täglichen Besorgungen oder Wege mit dem Rad erledigen, welche Straßen, Plätze, Übergänge für Zweiradfahrer problematisch sind. Und davon gibt es eine Menge, das ist offensichtlich.

„Das ist ja ganz schlimm hier. Alles richtig zu machen ist als Radfahrer in Goch gar nicht möglich. Radwege enden im Nichts, man muss sie auf der falschen Seite benutzen oder auf der Straße fahren“, erklärte eine ältere Dame der RP noch dieser Tage. Und wenn sie mal zu ihrer Freundin nach Asperden radele und dafür die Klever Straße benutzte – oh je, dann schlage jedes Loch im Asphalt ins Kreuz. Den Beulen in der Wegdecke durch die Baumwurzeln auszuweichen sei schlichtweg unmöglich. In der Tat hatte die Redakteurin der Rheinischen Post vor einiger Zeit noch im Selbstversuch, begleitet von einem sachkundigen Polizeibeamten, festgestellt, dass es sowohl gefährlich, als auch ziemlich unpraktisch ist, durch die City zu radeln – insbesondere, wenn man keine Verkehrsregeln verletzen möchte.

 Nun soll also das Radfahren in Goch angenehmer und sicherer werden. Wie das gehen könnte, dazu hat sich das Kölner Planungsbüro VIA schon eine Menge Gedanken gemacht. Vor allem haben die Fachleute alle vorhandenen Wege abgefahren, Schäden aufgenommen, ihre Feststellungen in Karten eintragen. Das Ziel ist, sowohl eine Handhabung für das Radeln in der Innenstadt, als auch einen eher touristischen Plan für den Außenbereich zu entwickeln. Schließlich gibt es für Ausflügler kaum etwas Beliebteres, als den Niederrhein auf zwei Rädern zu erschließen.

Der Stadt war wichtig, die Gocher insbesondere bei Fragen zur Verkehrssituation in der Innenstadt einzubinden. Anregungen und Meinungen sollen in das Konzept einfließen. Deshalb ist schon vor Monaten auf der Homepage der Stadt eine Möglichkeit eingerichtet worden, sich als „Wegedetektiv“ einzubringen. Auf einem Stadtplan konnte jeder „einzeichnen“, wo etwas nicht in Ordnung sei. Dazu erklärten die „Detektive“, die das auch anonym tun durften, welche Problemlage sie erkannten.

Da findet sich die oben erwähnte Klever Straße wieder, auf der nicht wenige gesundheitsbewusste Gocher in die Kreisstadt pendeln, an der Asperdener Straße fehle an der Einmündung zum Industriegebiet eine Radwegmarkierung. Mit dem Rad nach Hülm zu fahren wird spätestens ab dem Brammenweg ziemlich gefährlich, weil es keinen Radweg gibt. Hinterm Viktoria-Sportplatz Richtung Knappheide fahren reichlich Autos, obwohl eigentlich nur Anliegerverkehr zugelassen ist. Bürger wünschen sich dort vermehrt Kontrollen. In jeder Hinsicht gefährlich ist die Uedemer Straße, an der Pfalzdorfer Straße gibt es erst keinen und ab dem Ostring einen Schlagloch-übersäten Radweg.

Am allerschlimmsten scheint jedoch die Situation in der unmittelbaren Innenstadt empfunden zu werden. Brückenstraße, Marktplatz, Steinstraße, Bahnhofstraße – da knubbeln sich die Hinweise und Beschwerden auf der Karte. Und genau diese Straßen sind es, auf die sich praktisch alle Gocher Radfahrer (und die Besucher der Stadt ebenso) regelmäßig einlassen müssen. Auf dem Schulweg, dem Weg zum Arbeitsplatz, zum Arztbesuch oder zum Einkaufen.

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