Goch: Ein Mann — ein Erfolg

Goch : Ein Mann — ein Erfolg

Mit der "Bereisung" der Gocher Altenheime, mit kritischen Fragen und Blicken hinter die Kulissen machte die Senioren-Union unter Regie von Wolfgang Pitz voriges Jahr Furore. Nun steht Jugend im Mittelpunkt.

Fünf Besuche waren es, begleitet von der RP, und der letzte liegt schon eine Weile zurück. Aber bis heute wird Wolfgang Pitz, rühriger Vorsitzender der Senioren-Union in Goch, ständig darauf angesprochen. Hingehen, wo andere wegbleiben, keine Berührungsängste, sondern Neugier zeigen: Die Altenheim-Besuche, die Gespräche mit den Betreibern waren ein Riesen-Erfolg. Und Neugier zeigen, wie selbstverständlich: Dadurch räumte Wolfgang Pitz auch fast beiläufig mit einem Vorurteil auf. Nein, "alte Leute" sind nicht geistig träge, die sind neugierig, und die denken quer.

Stattlicher Zuwachs

Mit leichter Hand, Begeisterung und Begeisterungsfähigkeit hat Pitz der Senioren-Union nicht nur zu einem stattlichen Mitgliederzuwachs verholfen — er hat sie ganz eigenständig positioniert. "Wir haben viel Lob dafür bekommen, dass wir beispielsweise das Thema Altenheime politisch, aber nicht parteipolitisch angepackt haben."

Die Senioren-Union in Goch — sie ist weithin die rührigste, vielseitigste, lebendigste. "Und weil wir uns vorgenommen haben, dass wir nicht über die Menschen reden, sondern mit ihnen, machen wir nun weiter", sagt Pitz und strahlt. Dieses Jahr hat sich der Vorstand bei fünf großen Gocher Sportvereinen eingeladen. Pitz: "Wir werden Gespräche führen mit den Vorständen der Viktoria, der DJK Hommersum/Hassum, des Clubs der Pferdefreunde, der DLRG und des Turnvereins Goch. Zum einen, weil es uns darum geht, mit jungen Leuten verstärkt ins Gespräch zu kommen. Zum anderen, weil das, was künftig in allen Bereichen unseres Lebens immer wichtiger wird, da schon traditionell ganz stark geleistet wird: Ehrenamt!"

Genau dieses Ehrenamt — es sei in den Sportvereinen nicht nur besonders stark vertreten und geradezu überlebenswichtig, es sei mitunter auch ganz schön schwer auszuüben. Pitz: "Ansprüche und Forderungen von allen Seiten führen da zu großen Belastungen, denke ich." Ob das so sei und wie genau — dass will die Senioren-Union nun herausfinden. "Auch diesmal werden wir keine Parteipolitik machen, werden uns neutral halten, darauf achten, dass wir nachhaltig arbeiten. Ich verspreche mir viele neue Erkenntnisse und Einblicke."

Schon häufig, so Wolfgang Pitz im RP-Gespräch, habe er Klagen gehört, die Sportvereine hätten "keine Lobby". Pitz dazu: "Wir werden herausfinden, ob das so ist." Und dann? Dann wird sich die Senioren-Union wieder und weiter einmischen, Politik machen in der Stadt. "Denn ich denke, das ist auch unsere Aufgabe", so Pitz. "Wir alle wollen ja eine Stadt, die lebenswert ist für alte Menschen genauso wie für junge." Und das zu erreichen, setze voraus, dass man miteinander rede. Nicht übereinander.

Internet Mehr zum Thema unter www.rp-online.de/goch

(RP)