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Goch: Eigentümer hat mit Abriss der Stov-Ruine begonnen

Goch : Eigentümer hat mit Abriss der Stov-Ruine begonnen

Die letzten Tage der Stov-Ruine scheinen gezählt. "Wir konnten beobachten, dass die ersten baulichen Maßnahmen begonnen haben", sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers. Ganz konkret: In Richtung Brückenstraße (Post) ist mit dem Abriss eines Giebels begonnen worden. "Wir sind guter Dinge, dass die Angelegenheit jetzt geklärt werden kann. Natürlich werden wir die Dinge aber weiter beobachten", sagt Matenaers.

Auf dem ehemaligen Werksgelände der Lederfabrik Josef Moll und der Goled GmbH war bis 1995 die Standortverwaltung der Bundeswehr untergebracht. Seitdem verfallen die Gebäude zu einer Ruine. Mit einer Ordnungsverfügung vom 25. August wurden die beiden Eigentümer der Flächen, die in den Niederlanden leben, von der Verwaltung aufgefordert, bis zum 31. Oktober sämtliche Gebäude abzureißen. Dazu muss auch der große Schornstein abgebrochen, das Grundstück gesichert und der entstehende Abfall entsorgt werden. Mit der Ordnungsverfügung ist bewusst der vollständige Abriss der Gebäude gefordert worden, obwohl Teile davon noch eventuell standsicher waren.

Von einem Teilabriss der nur akut gefährdeten Gebäudestücke wurde abgesehen, da dies Ruinen auf dem Grundstück zur Folge hätte, die auf nicht absehbare Zeit das Orts- und Straßenbild verschandeln würden. "Unser Ziel im Sinne der Bürger ist, dass sich etwas bewegt", sagt Stadtsprecher Torsten Matenaers. Deshalb wurden für den Fall, dass die Eigentümer der Ordnungsverfügung nicht nachkommen, 500 000 Euro eingestellt. Damit kann die Verwaltung im Zweifelsfall aktiv werden. Den Eigentümern wären die Arbeiten anschließend in Rechnung gestellt worden. Die Kosten des Abbruches werden auf einen Umfang von 250 000 Euro und 550 000 Euro geschätzt. Die Schätzungen schwanken, weil Faktoren wie die Schadstoffbelastung der ehemaligen Lederfabrik erheblich sind.

Wegen der akuten Einsturzgefahr der Gebäudeteile mussten nicht nur Teile der Mittel- und Reiscopstraße in Goch gesperrt werden, sondern auch private Flächen - wie die der Postfiliale an der Brückenstraße.

(lukra)