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Goch: Duo bringt Schwung in Gochs Nachtleben

Goch : Duo bringt Schwung in Gochs Nachtleben

Zwei ehemalige Realschüler waren unzufrieden mit dem Party-Angebot in der Region. Heute steigt die dritte Auflage ihrer Veranstaltungsreihe "I shouldn't be here". Bei der Premiere kamen 1000 Besucher, am zweiten Abend 1300.

Vor etwa einem Jahr veranstalteten die beiden 20-jährigen Studenten Alexander Rütjes aus Bedburg-Hau und Hendrik Pyka aus Kellen zum ersten Mal "I shouldn't be here" (übersetzt: Ich sollte nicht hier sein) im Excited, der Diskothek an der Borsigstraße in Goch. Am heutigen Freitag ist die dritte Veranstaltung.

Als die beiden sichvor einigen Jahren in der Realschule in Kellen kennenlernten, entdeckten sie schnell ein gemeinsames Interesse: Elektronische Musik. Allerdings gab es in der Region keine regelmäßige Gelegenheit, diese Musikrichtung "angemessen zu feiern", so die beiden. Daher mussten sie bis nach Köln fahren, um dort in dem renommierten Technoclub Bootshaus ihrer gemeinsamen Leidenschaft nachzukommen. Am Ende stand immer wieder die Frage: "Warum gibt es so etwas nicht bei uns?"

Kurzerhand begannen die damals 19-Jährigen mit der Planung. Durch ihr Studium des International Managements in Düsseldorf und Meschede im Sauerland sahen sich die beiden für diese Aufgabe gut gerüstet. Doch nach drei Wochen kam es zur Ernüchterung: Das auf Großkonzerne ausgerichtete Studium half nur wenig. Die angedachten Industriehallen als Veranstaltungsorte fielen aus. "Wenn allein die Behördengänge schon bis zu 6000 Euro kosten, rechnet sich eine solche Veranstaltung einfach nicht," erinnert sich Rütjes.

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Mit dem Gocher Excited fand sich dann jedoch ein geeigneterer Veranstaltungsort und die beiden entschieden sich für eine "aggressivere" Marketingstrategie, die sich vor allem auf die sozialen Netzwerke konzentrierte und mit Festival-Bändchen für Zusagen bei facebook warb. Durch dort veröffentlichte "Party-Trailer" brachten sie zusätzlich eine neue Art des Marketings in die Region.

Das Engagement zahlte sich aus: Statt der angesetzten 400 Personen erschienen zur ersten Veranstaltung mehr als 1000 Feierwillige. Angespornt von diesem ersten Erfolg fand die zweite Veranstaltung mit einer Obergrenze von 1300 Teilnehmern statt, die ebenfalls ausverkauft war. Die dritte Veranstaltung heute ist auf 900 Personen begrenzt, da das Außengelände des Excited nicht wie zuvor genutzt werden kann. Dennoch rechnen die Veranstalter damit, die Umsatzmarke von insgesamt 50.000 Euro zu knacken.

Auch lokale Eventmanager wie Abi Beatz Emmerich und Kleve seien mittlerweile angetan von dem Marketingerfolg der "I shouldn't be here"-Veranstaltungen und hätten bereits Kontakt gesucht, so Rütjes und Pyka. Rütjes hat sich nach der erfolgreichen Premiere im Online-Marketing-Bereich selbstständig gemacht. Natürlich gebe es auch schon Expansions-Gedanken: Eine "I shouldn't be here"-Party könne sich in Zukunft auch in Richtung Krefeld oder Düsseldorf orientieren, so das Veranstalterduo. Dort sei die Vernetzung das größere Problem als die Suche nach dem richtigen Ort.

Alexander Rütjes betont jedoch, dem Niederrhein weiterhin treu zu bleiben: "Unsere Basis ist Goch."

Die Karten für die dritte Party der 20-jährigen Jung-Veranstalter kosten 10 Euro und sind bei Edler Tabak, Hoffmannallee in Kleve, City Reisebüro, Herzogenstraße in Goch, Lotto-Tabak Opgenhoff, Mühlenstraße in Goch und Trink Gut, Jurgensstraße in Goch sowie im Online-Ticketshop erhältlich. An der Abendkasse kostet der Eintritt 12 Euro. Los geht es um 21 Uhr.

(RP)