Drei Tage lang gibt es auf der Baumesse in Kalkar Neuheiten.

Kalkar : Baumesse nimmt Umwelt in den Blick

Bauen, Wohnen, Renovieren – wer Eigenheimbesitzer ist oder dies noch werden möchte, ist auf der Kalkarer Baumesse richtig. Bis Sonntag informieren in den Messehallen am Rhein Fachleute die Laien. Lokale Wirtschaft stark vertreten.

Es konnte nicht anders sein: Das Thema Energiesparen steht hoch im Kurs bei der aktuellen Baumesse in Kalkar. Offiziell hieß es zwar, es werde schwerpunktmäßig um das Bad gehen, aber eigentlich kreisen die allermeisten Gespräche und Angebote doch um das Thema Nachhaltigkeit. Und das macht ja auch Sinn: Wer heute ein Haus baut oder eine Renovierung plant, tut gut daran, die modernsten Standards zu berücksichtigen. Denn alle Welt macht sich Gedanken über den Umweltschutz; wer da für die Zukunft plant, kann an diesem Thema nicht vorbei gehen.

Und das tut die Branche auch nicht. Schon draußen auf der Fläche vor der Eingangshalle haben Betriebe ihr Stände aufgebaut, die dazu viel zu sagen haben. Auch solche, die es dabei nicht ganz leicht haben. Rainer Deckers zum Beispiel verkauft Kaminöfen und Schornsteine. Einen schönen Kamin zu haben, hinter dessen Glaswand man die Flammen lodern sieht, ist für viele Hausbesitzer noch immer erstrebenswert. Aber inzwischen ist eben auch bekannt, dass solche Öfen einiges an Feinstaub ausstoßen. „Natürlich entsprechen unsere Kaminöfen den Vorgaben des Gesetzgebers“, betont Deckers. Selbst ohne zusätzlichen Filter (der sich für ältere Modelle empfiehlt) hielten sich die Immissionen im Rahmen. „Immerhin ist Holz anders als Öl oder Gas CO2-neutral“, sagt der Geschäftsmann. Sein Tipp für umweltbewusste Bauherren: die Kombination aus Wärmepumpe und Kaminofen. So treffen sich Vernunft und Behaglichkeit.

Drinnen geht’s weiter mit allem, was das Wohnen angenehmer macht: viel Deko, Zimmerbrunnen, Garagentore, Jalousien, ein paar urige Möbel, tolle Draußen-Küchen für die Gartenparty. Henk Bishop aus den nördlichen Niederlanden gestaltet aus altem Grachtenholz Küchenzeilen mit Grill und Kühlschrank; wer Platz und gerne Gäste hat, kann daran kaum vorüber gehen.

Udo Erlei und sein Sohn Tim sind die Erfinder und Organisatoren der Baumesse. Sie kommen aus Münster und haben vor Jahren die Chancen Kalkars erkannt. „Anfangs war es gar nicht so einfach hier, aber dank des ungeheuer engagierten Wirtschaftsförderers Bruno Ketteler hat sich die Messe toll entwickelt“, lobt Geschäftsführer Erlei. Sehr viele Betriebe aus dem Kreis Kleve sind inzwischen dabei, selbst aus der unmittelbaren Umgebung. Am „Marktplatz Kalkar“, dem sichtbaren Zentrum der Ausstellung, konzentrieren sich die Unternehmen der Stadt. Tischler Poorten hat einen Werbe-Turm und die Fläche drum herum ansprechend gestaltet. Dort stehen auch Wirtschaftsförderer Ketteler und Kollegin Andrea Wälbers und führen zahlreiche Gespräche mit Ausstellern und Gästen. Die Firma Völkers Baustoffe ist da, Garagentore Seidel, Elektro/Sanitär Brauer, die Umweltberatung Schoofs und einige andere. Alle freuen sich auf gute Kontakte und vielleicht das eine oder andere Geschäft.

Kriminalpolizeiliche Prävention zum Thema Einbrüche: Auch das ist ein Angebot auf der Baumesse. Foto: Klaus-Dieter Stade (kds)

Wer eigentlich nur zum Bummeln und Schauen kommt, kauft vermutlich doch eine Kleinigkeit oder zwei. Oder lässt sich gar zu einem tollen Whirlpool für Bad oder Terrasse verführen. Oder zu einer Infrarotsauna, deren Nutzung ja der Erkältung vorbeugen soll. Gartenarbeit wird leichter durch geeignete Hilfsmittel, die etwa das Moos aus dem Pflaster zaubern. Apropos Pflaster: Wer sich beim Handwerkeln verletzt hat, nutzt künftig vielleicht „Happy Plast“, um die Blutung am Finger zu stillen. Diese kleinen Neben-Geschäfte sind es, die einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ähnlich wie metallene oder hölzerne Deko, wie der neue Akku-Wischmopp, von chinesischen Studenten präsentiert, oder ein paar schöne Kissen. Ohne Frage aber machen Firmen für Baumaterialien, Sicherheitstechnik, Badezimmerausstattung oder Heizungen die Baumesse aus. Bei letzteren ist Öl kein Thema mehr, Gas kaum, hingegen Pellets, Solarstrom, Wärmepumpen. Stichworte wie CO2-Einsparung, Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit schwirren durch die Hallen. Und fast jeder kann inzwischen etwas damit anfangen. Zumal der Wohnkomfort dadurch nicht geringer wird. Allein die Auswahl an Duschkabinen und Armaturen lässt fast vergessen, dass das Wasser erstmal warm werden muss.