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Dramatisches Feuer in Goch brach an nahen Bahngleisen aus​

Ursache geklärt : Dramatisches Feuer in Goch brach an nahen Bahngleisen aus

Der Ursprung des Feuers in Goch, bei dem zwei Feuerwehrleute schwer verletzt wurden, ist geklärt: Der Bewuchs einer sich direkt nebenan befindlichen Bahndamm-Böschung brannte als erstes. Wie es dazu kam, ist noch unklar.

Nach dem verheerenden Brand mit zwei verletzten Feuerwehrleuten in Goch kommt jetzt langsam Licht ins Dunkel: Die Polizei des Kreises Kleve hat am Montag erste Antworten auf Fragen zur Brandursache gegeben. Um diese zu klären, suchten Beamte der Kriminalpolizei am Montagvormittag gemeinsam mit einem Brandsachverständigen den Brandort auf. Dort stellten die Experten fest, dass der Bewuchs der Böschung des Bahndamms, der hinter dem Firmengelände liegt, zuerst in Brand geriet. Wie das geschah, das ist weiterhin unklar. Dann kam es zu einer Verkettung: Das Feuer breitete sich auf Europaletten, die auf dem Firmengelände gelagert wurden, aus. Davon sprang der Brand auf die Lagerhalle über und breitete sich schnell auf die gesamte Halle aus. Anschließend kam es zu der Rauchgasdurchzündung, bei der die zwei Feuerwehrmänner ihre Verletzungen erlitten.

 Einer der beiden verletzten Feuerwehrleute kann im Laufe der Woche aus dem Krankenhaus entlassen werden. Es gehe dem 36-Jährigen den Umständen entsprechend gut, sagte Feuerwehrsprecher Torsten Matenaers. Sein 46 Jahre alter, schwerer verletzter Kollege bleibe vorerst in der Klinik. Die Feuerwehrleute hatten Brandverletzungen an Gesicht und Händen erlitten. Am Freitagnachmittag gegen 15.30 Uhr war die Lagerhalle eines Blumengroßhandels am Höster Weg in Brand geraten. Bei den Löscharbeiten wurden die zwei Männer schwer verletzt; sie mussten in Spezialkliniken geflogen werden, wo sie zurzeit stationär behandelt werden. Die Feuerwehr löschte knapp 19 Stunden. Bis zu 200 Feuerwehrleute waren vor Ort. Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen auf.

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Der Kreis Kleve hat sich unterdessen bei allen Kräften, die beim Großbrand in Goch am Freitagnachmittag im Einsatz waren, bedankt. Zandra Boxnick, Allgemeine Vertreterin der Landrätin, machte sich selbst vor Ort ein Bild von den Löscharbeiten der Freiwilligen Feuerwehren aus Goch und Weeze, unterstützt von Kreisbrandmeister Reiner Gilles. Ihr Dank galt ebenso den Arbeiten der Hilfsorganisationen, der Leitstellen-Mitarbeiter, der Mitarbeitenden des Rettungsdienstes Kreis Kleve, der Mitarbeiter der Stadt Goch sowie den weiteren Behörden und ehrenamtlichen Helfern. „Vielen Dank an alle, die – auch unter Einsatz ihrer Gesundheit – dazu beigetragen haben, ein noch größeres Unglück zu verhindern. Es ist schrecklich, dass zwei Feuerwehrleute im Einsatz so schwer verletzt worden sind. Unsere Gedanken sind bei ihnen, ihren Familien und den Kameraden in der Wehr, die die Explosion aus nächster Nähe miterleben mussten“, sagt Boxnick. „Dieser Einsatz ruft uns wieder schmerzlich in Erinnerung, dass die Arbeit der Feuerwehr kein ‘normales‘ Ehrenamt ist, sondern die freiwilligen Helferinnen und Helfer bei jedem Einsatz einem persönlichen Risiko ausgesetzt sind. Diese Aufgabe anzunehmen, ist nicht selbstverständlich.“

Auch Kreisbrandmeister Reiner Gilles steht noch unter dem Eindruck der Geschehnisse vom vergangenen Freitag. „Bei allen Übungen, Vorbereitungen und Trainings kann es leider bei allen Einsätzen immer unbekannte Einflüsse geben, auf die wir uns nur bedingt vorbereiten können.“ Auch er dankte den 200 Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz. Zwei Kameraden der Bundeswehr-Feuerwehr kamen zufällig an der Einsatzstelle vorbei und boten spontan ihre Hilfe an. Auch Bürger, halfen mit, die die Einsatzkräfte mit Wasser versorgten.