Goch: Dörfer gehen ans Netz

Goch: Dörfer gehen ans Netz

Dank dem Gocher Unternehmen "TeamCom" können die Bewohner der Ortsteile Asperden, Kessel, Pfalzdorf und Nierswalde künftig mit schnellen Leitungen ins Internet. Einstiegspreis 369 Euro, plus die monatliche Gebühr.

Pfalzdorf ist online. Und sogar Nierswalde! Vorbei die Zeiten, in denen die Gocher Ortsteile sowie das Industriegebiet West sich mit langsamen Leitungen herumärgern mussten — wenn sie denn überhaupt welche bekamen. Denn von nun an werden sich die Begriffe "downstream", "upstream", "Megabit" und "redundante Leitungen" wie selbstverständlich in den täglichen Sprachgebrauch der Dorfbewohner einflechten.

16 000er Verbindungen

Der Grund dafür ist 25 Meter hoch und steht im Gocher Industriegebiet. Genauer gesagt auf dem Gelände des hiesigen Telekommunikationsunternehmens "TeamCom". Unter der Leitung von Geschäftsführer Christoph Kühnapfel hat "TeamCom" hier einen Richtfunkturm errichtet, der in einem 11 Kilometer Radius das Internet in die Dörfer bringt. "Der Schritt, die Dörfer zu versorgen, ging nur über die Luft", erklärt Kühnapfel. "Jetzt können auch die bisher eher abgeschiedenen Regionen optimal mit bis zu 16 000er DSL-Internetverbindungen versorgt werden."

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Dabei war bei der Investition des Unternehmens das Augenmerk nicht nur auf die künftigen Privatkunden in den Dörfern gerichtet. Denn auch im Industriegebiet West sorgten die schwachen Verbindungen bei den Gewerben für Kopfschütteln. "Da die Gespräche mit der Telekom in der Vergangenheit nichts gebracht haben, bin ich froh, dass die Unterversorgung, was den Internetanschluss angeht, jetzt ein Ende gefunden hat", gab Bürgermeister Karl-Heinz Otto zu Protokoll. Denn eins ist klar: "Eine stabile und schnelle Internetverbindung gehört eindeutig zu den Standortfaktoren."

Ab 29,99 Euro pro Monat können die bisher vom Internet weitgehend abgeschiedenen Ortsteile damit surfen und telefonieren (denn beides gibt es bei "TeamCom" aus einer Hand). Wer mehr als DSL 6000 möchte, muss monatlich zehn Euro drauflegen. Dann gibt's bis zu 16 000 kBit — die heutzutage am häufigsten gewählte Geschwindigkeit. Wermutstropfen: die Installationsgebühr schlägt aufgrund der Luftübertragung und der zu installierenden Empfangsgeräte einmalig mit 369 Euro zu Buche. "Das ist, wenn man so will, der einzige Pferdefuß bei der Geschichte", gibt der Geschäftsführer zu.

Aktuell nutzen fünf Gewerbetreibende und rund zwanzig Privathaushalte das "TeamCom"-Netz. "Zweihundert sollten es etwa sein", verrät Kühnapfel, der erklärt, sich bei den Preisen an Marktführer Telekom orientiert zu haben. Von einer "echten Alternative" sprach Gochs erster Bürger bei der Vorstellung des Angebots. Dabei muss er es wissen, wohnt er doch selbst in Hassum und kennt von dort die Probleme der langen Leitung.

(RP)
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