Neues Rettungsboot in Goch „Christel“ rettet vor dem Ertrinken

goch · Die Mitglieder der DLRG-Ortsgruppe Goch feierten mit vielen Gästen ihre lebensrettende neue Ausrüstung am Freizeitbad GochNess in Kessel.

 GochNess: Bootstaufe und Segnung eines Einsatzleitwagens mit DLRG-Leiter Falk Neutzer und Namengeberin Christel Eicher.

GochNess: Bootstaufe und Segnung eines Einsatzleitwagens mit DLRG-Leiter Falk Neutzer und Namengeberin Christel Eicher.

Foto: Mona Neutzer

Bei einem sportlichen Großereignis wie dem Triathlon am GochNess ist ganz offensichtlich, wie wichtig die Arbeit der DLRG ist: So viele Menschen im Wasser, mancher vermutlich ziemlich erschöpft – da sind die Wasserretter unverzichtbar. Daher war der Termin der feierlichen Segnung, Taufe und Indienstnahme zweier Fahrzeuge der DLRG-Ortsgruppe Goch passend gewählt. Es ging um das neue Rettungsboot „Christel“ – benannt nach der Sponsorin, der Gocherin Christel Eicher – und um ein ebenfalls neu angeschafftes Einsatzleitfahrzeug.

Wie in so vielen Bereichen hat auch bei diser Angelegenheit die Pandemie den Termin verschoben. Das Einsatzleitfahrzeug wurde schon vor zwei Jahren angeschafft, das Rettungsboot vor einem Jahr. Im vergangenen Jahr kam noch der Einsatz der Ortsgruppe bei der Hochwasserkatastrophe in Erftstadt hinzu. Dort war „Christel“ sogar schon mit im Einsatz. Eine offizielle Indienstnahme mit Segnung gehört aber dazu, und so kamen auf Einladung der Ortsgruppe Vertreter der Politik, Partner, Förderer und Sponsoren am Seeufer in Kessel zusammen, um die Segnung durch Uchenna Aba von der katholischen und Robert Arndt von der evangelischen Kirchengemeinde mitzuerleben.

Falk Neutzer, Vorsitzender der Ortsgruppe, betonte in seiner Begrüßung, dass die vielen Spender mit ihrer Unterstützung das Ehrenamt lebendig hielten. Eng arbeite die DLRG mit der örtlichen Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zusammen, auch diese Einheiten würden durch Sponsoren intensiv unterstützt. „Die neuen Fahrzeuge erhöhen die Einsatzflexibilität des DLRG. So begegnen wir den wachsenden Herausforderungen in der Gefahrenabwehr“, so Neutzer. Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm sagte: „Eine gute und moderne Ausstattung ist notwendig, damit Organisationen wie DLRG, Feuerwehr oder DRK ihre Aufgaben bewältigen können.“ Das Ehrenamt könne nicht hoch genug bewertet werden, denn es rette Leben. Der Landesvizepräsident des DLRG Landesverbandes Nordrhein, Till Siebel, betonte: „Das ist alles privat finanziert durch Spenden. Diese Art der Unterstützung steht beim DLRG auf der Tagesordnung.“ Er wünschte den Aktiven, dass sie „nie das laute Klingeln“ hören mögen, und wenn, dass sie gesund und erfolgreich vom Einsatz zurückkehren.

Falk Neutzer ergänzte, dass die Situation des DLRG gerade in Goch sehr gut sei, weil hier zusätzlich zu der großen Zahl der Spender auch Förderung von der Stadt komme. Der DLRG-Bezirksleiter für den Kreis Kleve, Jens Janßen, sagte, die Herausforderungen bei Wasserrettung und Katastrophenschutz seien gestiegen. Er wünschte der Ortsgruppe „keine Einsätze“ oder „nur erfolgreiche“. Wie der stellvertretende Ortsgruppenleiter, Sascha Wolf, erläuterte, bedeutet die Bezeichnung IRB „Inflatable Rescue Boat“ (aufblasbares Rettungsboot). Es habe einen 30 PS-Moter und sei sehr wendig auf dem Wasser. Der Einsatzleitwagen mit sieben Sitzen ist im Einsatz das Führungsfahrzeug und vor Ort sozusagen das zentrale „Büro“, weil es vernetzt und mit digitalen Lagekarten ausgestattet ist.

Die Kirchenvertreter Uchenna Aba und Robert Arndt betonten, der Segen gelte zunächst den Menschen, die die Fahrzeuge benutzten. Arndt erinnerte an Jesus, der über das Wasser lief. Er sagte: „Jesus war spektakulär. Ihr seid nun etwas spektakulärer mit diesem Boot als vorher und ihr tragt etwas von Gottes Sorge um die Welt weiter.“ Zum Abschluss taufte Christel Eicher das Boot, das ihren Vornamen trägt.