1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Die Uedemer SPD hat ein Verkehrskonzept entworfen

Verkehrskonzept : Uedemer SPD fordert höhere Bustaktung

Der Ortsverein der Sozialdemokraten hat ein Verkehrskonzept entworfen. Weiterhin wolle man das Projekt B 67n kritisch begleiten. Zudem müsse etwa der Uedemerbruch an das Netz des ÖPNV angeschlossen werden.

Die B 67n wird kommen, soviel scheint klar. Die Wirtschaft fordert seit Jahren die Fortsetzung der Bundesstraße 67 in Richtung A 57. Während die Umsetzung in Kalkar bejubelt wird, gab sich die Uedemer Politik immer wieder skeptisch. Die Sorge: Der Verkehr schwerer Lastwagen könnte die Idylle stören. Auch die Uedemer Sozialdemokraten äußerten in den vergangenen Jahren immer wieder Bedenken. Nun machte sich der Ortsverein unter der Führung von Parteichefin Mandy Stalder-Thon auf den Weg, ein neues Verkehrskonzept vorzulegen. „Wir wollen Uedem verkehrstechnisch fit für die Zukunft machen. Die B 67n wird wohl kommen. Uns wäre es lieber gewesen, wenn sie nicht käme. Aber wir werden nun keine Fundamentalopposition betreiben. Nur wollen wir, dass die Uedemer ordentlich profitieren“, sagt Stalder-Thon. Ein Überblick über die wichtigsten Vorhaben der Genossen:

Bundesstraßen Den Sozialdemokraten zu Folge soll der Durchgangsverkehr in Uedem durch die B 67n reduziert werden. Für Entlastung im Ortskern könnten eine gezielte Straßenführung oder verkehrsberuhigende Maßnahmen sorgen. So schlägt die SPD etwa die Einführung von Tempo-30-Zonen oder zusätzliche Parkstreifen vor. Zudem dürfe das Gewerbegebiet Molkereistraße durch die B 67n nicht von der Autobahnanbindung getrennt werden. Schließlich sei es noch unklar, ob der Bau der Kervenheimer Spange wie geplant erfolgt. „Die dort angesiedelten Unternehmen, die zum Teil schon seit Jahrzehnten dort ihre Standorte haben, dürfen am Ende nicht die Leidtragenden werden“, sagt Mandy Stalder-Thon. Zudem müsse auch der landwirtschaftliche Verkehr die Straße B 67n nutzen dürfen. Eine Kraftfahrzeugstraße lehnt die SPD ab. Sollte sich allerdings herausstellen, dass diese nicht zu einer deutlichen Entlastung des Ortskerns führt, wollen die Sozialdemokraten eine Straße auf der für die L 5n vorgesehene Trasse bauen.

Die Vorsitzende der Uedemer SPD: Mandy Stalder-Thon Foto: Evers, Gottfried (eve)

Verkehrsführung in Uedem Mit der Fertigstellung der B 67n müssten auch die Verkehrsführungen innerorts angepasst werden. So will die SPD insbesondere die Entwicklung des Verkehrsaufkommens auf der Kervenheimer Straße und der Gustav-Adolf-Straße ins Auge fassen. „Im Gespräch mit Bürgern wurden wir auch auf kritische Punkte aufmerksam gemacht, die schon jetzt ein Handeln erfordern, um Uedem sicherer zu machen“, sagt Stalder-Thon. So soll eine Querungshilfe an der Viehstraße entstehen. Auch sei eine bauliche Veränderung an der Bushaltestelle Nordwall notwendig, damit die Busse auf der Seite An der Bleiche nicht mehr bis zum Kreuzungsbereich vorfahren können. Zudem sollen mehrere Tempo-30-Zonen eingerichtet werden.

ÖPNV Mandy Stalder-Thon zu Folge sei es nicht mehr zeitgemäß, dass die Gemeinde werktags zwischen 19 und 6 Uhr sowie über weite Strecken des Wochenendes „vom Rest der Welt abgeschnitten“ sei. Daher fordert die SPD regelmäßigere Busanbindungen. Gerade auch, weil der Bürgerbusverein zunehmend Schwierigkeiten hat, Ehrenamtler zu finden. Die RP berichtete ausführlich über diesen Missstand. Daher müsse etwa der Uedemerbruch an das reguläre Busnetz angebunden werden. Denkbar seien für die Dörfer auch Anruf-Sammel-Taxen oder digitale Mobilitätskonzepte wie „Mybus“, erklärt Stalder-Thon.

Das weitere Procedere Die SPD beabsichtigt, einige verkehrspolitische Anträge noch vor der Kommunalwahl im September über die Fraktion in den Rat einzubringen. Allerdings sagt Stalder-Thon: „Wer weiß, wie das mit den Ratssitzungen in Corona-Zeiten überhaupt weitergeht.“ Zweifelsfrei aber würde das Konzept im Wahlprogramm des Ortsvereins berücksichtigt.