Die Uedemer Firma Maks und Berufsschüler verbessern Abgaswerte

Wirtschaft : Maks macht Diesel umweltfreundlicher

Die Diesel-Debatte brachte eine Uedemer Firma dazu, durch zusätzliche Filter und Additive Abgase dafür zu sorgen, dass Abgase deutlich sauberer werden. Vor allem der berufliche Nachwuchs profitiert von den Erkenntnissen.

Dieselfahrzeuge umweltfreundlicher zu machen ist aktuell eine große Herausforderung. Während juristisch um die Frage gestritten wird, ob und wie Besitzer älterer Autos, die sich vom Kfz-Hersteller betrogen fühlen, entschädigt werden, arbeiten Praktiker daran, die Abgaswerte zumindest ein gutes Stück zu verbessern. Die Uedemer Firma Maks zum Beispiel, hervorgegangen aus dem Unternehmen Horlemann, das inzwischen zum internationalen Konzern Vinci-Omexom gehört, beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema. Für den Flughafen Dortmund haben die Techniker ein Vorfeld-Fahrzeug so lange behandelt, bis der Wagen dem Euro-6-Standard entsprach. Offiziell in die Papiere eingetragen werden kann dies aber nicht; „eine Prüfung beim TÜV in Essen ist kaufmännisch nicht wirtschaftlich“, bedauert Maks-Geschäftsführer Klaus Gerats.

Er hängt den Vorgang nicht allzu hoch, begründet die Aktion eher mit sportlichem Ehrgeiz oder gar mit „Spaß“. Denn obwohl Gerats und seine Kollegen zu ihrem Erfolg stehen, wissen sie, dass selbst ein (zu teures) Einzelgutachten nur für das eine überarbeitete Fahrzeug gelten würde. Eine Marktreife für die ausgetüftelte Abgasreinigung sei nicht in Sicht – damit müssten sich Spezialisten beschäftigen. Was anscheinend nicht allzu intensiv betrieben wird, bekanntlich wird eher dafür geworben, neue Autos anzuschaffen.

„Die Idee, mal zu sehen, wie weit wir mit der Abgasreinigung kommen, ist aus einer Fachsimpelei zwischen einem Freund und mir entstanden“, erzählt Gerats. Bernd Wesemann handelt mit Additiven, jenen Substanzen, die die Verbrennung von Diesel sauberer machen sollen. Das Mittel tötet Bakterien im Diesel ab. „Bakterien bewirken unter anderem, dass Fahrzeuge wie Boote oder Wohnmobile, die längere Zeit nicht benutzt werden, nicht anspringen.“ Aber die Additive sind nur ein Baustein, der andere ist ein zusätzlicher Partikelfilter. Den einzubauen bedeutet allerdings eine Veränderung am Fahrzeug, die ohne TÜV-Genehmigung nicht erlaubt ist. Ein Problem. „Der Gesetzgeber setzt uns leider enge Grenzen auf“, so Gerats.

Die Leiterin des Dortmunder Airport-Fuhrparks hatte dem Maks-Team, das in dieser Angelegenheit übrigens  mit Kfz-Schülern des Berufskollegs Geldern zusammenarbeitete, einen Skoda Yeti überlassen, der nach einigen Monaten Überarbeitung fast der Euro-6-Norm entspricht. Frank Witt und seine Schüler bauten einen Mikrofilter ein, reinigten den Ansaugtrakt, befreiten die Abgasanlage von Ruß, erneuerten den Partikelfilter, führten einen Ölwechsel durch, stellten die Additivierung richtig ein und erledigten  noch ein paar kleine Extras, die der Laie kaum verstehen dürfte. Vorher und nachher wurden die Abgaswerte von den modernsten Geräten in der Maks-Werkstatt überprüft. Mit dem Ergebnis, dass  die Absorption nach der Behandlung des Fahrzeugs hundert mal geringer war als vorher.

„Im eigenen Fuhrpark wenden wir diese Erkenntnisse an, wo immer es passt, aber die meisten Autos entsprechen natürlich schon jetzt der Euro-6-Norm“, so Klaus Gerats. Er freut sich darüber, dass die Berufsschüler durch den Versuch eine Menge Praxiswissen gesammelt haben, und gerne informiert der Uedemer auch als Dozent über Abgasverhalten.

So sieht das Airport-Auto aus. Foto: Maks

Gerne weist er darauf hin, dass dies ein Thema ist, an dem schon ziemlich lange gearbeitet wird (aus unterschiedlicher Motivation heraus): „Abgasbehandlung gab’s schon im Zweiten Weltkrieg. Da wurde ins Flugbenzin Ammoniak gemischt, das die Abgase hell färbt. So war der dunkle Rauch am Himmel nicht so verräterisch.“

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