Die Pächterin der Reitanlage Heidhausen sucht einen neuen Stall

Hobbyreiten : Reitschüler bangen um „ihre“ Pferde

Diese Situation erlebt Colette Pannemans schon zum zweiten Mal: Sie sucht für sich und ihre Pferde einen neuen Stall. Ihr Fokus auf benachteiligte Reitschüler und absolute Anfänger kommt bei den zweibeinigen Reitgenossen nicht an.

Gerade mal anderthalb Jahre hatte sie in der Pfalzdorfer Reitanlage Heidhausen ein Zuhause für ihre Ponys und Pferde gefunden und eine Reithalle, in der sie Unterricht gab. Doch das ist jetzt vorbei: Colette Pannemans, in Kleve lebende Niederländerin, ist wie schon Anfang 2018 wieder auf der Suche nach einer neuen Bleibe für ihre Reitschule „WieCo“. Denn irgendwie passt ihr Verständnis vom Hobby Reiten nicht mit der Art von Reitsport zusammen, dem die meisten Vereine nachgehen. „Ich kann den Vereinsvorstand da schon irgendwie verstehen und deshalb habe ich beschlossen, mir etwas Neues u suchen“, sagt die 52-Jährige. Doch das ist nicht einfach. Das Jahr geht mit großen Schritten zur Neigen, und Anfang Januar müssen ihre Vierbeiner ihre Boxen geräumt haben.

Elf Pferde und Ponys besitzt Colette Pannemans, einige hat sie inzwischen an Reitschüler verkauft. Für die verbleibenden fünf bis sieben allerdings muss eine Lösung her. „Ich möchte mit der Reitschule weitermachen, weil sich ganz viele Kinder und andere Leute auf mich verlassen“, sagt sie. Nicht zuletzt für eine Reihe benachteiligter Jugendlicher ist Colette eine echte Stütze in ihrem Leben. Junge Leute einer Behinderten-Wohngemeinschaft kommen regelmäßig zu ihr, auch Teenager, die sich in anderen Reitställen nicht wohl gefühlt haben, für die es eben anderswo nicht „passte“.

Da ist zum Beispiel Vivien, die in der Schule gemobbt worden ist, wie ihre Mutter sagt. Dem Mädchen fehlte es an Selbstbewusstsein, sie wehrte sich nicht, fraß allen Kummer in sich hinein. „Innerhalb weniger Wochen bei Colette hat sie sich total verändert. Der Umgang mit den freundlichen großen Tieren tut ihr sichtlich gut“, hat die Mutter festgestellt. Ein so starkes Tier mit Entschlossenheit, Geduld und Disziplin dirigieren zu können, sei eine tolle Erfahrung für Vivien. „Mich haben sogar schon die Lehrer in der Schule angesprochen, dass sie in letzter Zeit merklich besser klar kommt“, freut sich die Mama.

Vom ziemlich kleinen Pony (mit dem größten Dickkopf) bis zum in sich ruhenden Therapiepferd hat die Reitlehrerin für jeden Anfänger das richtige Tier. „Auch erwachsene Einsteiger und Wiedereinsteiger kommen zu mir“, erzählt Colette. Die Tiere sind sogar ohne Mundstück zu reiten; „ich will ja nicht, dass unerfahrene Hände den Pferden im Maul weh tun“, erklärt die Reitlehrerin. Sie geht eben mit Mensch und Tier gleichermaßen sorgsam um.

Für Suri, Katharina, Nele und einige andere ist klar, dass sie sich keine neue Reitschule suchen wollen. Weil es so schön wie mit Colette einfach nirgends sein kann, meinen sie. 40 Kinder und ein Dutzend Erwachsene hoffen, dass Colette irgendwo in der näheren Umgebung einen neuen Stall findet. „Notfalls wäre schon eine Wiese mit einer Scheune okay, meine Pferde vertragen sich alle und könnten auch zusammen stehen. Allerdings ist es für den Winter schwierig, wenn man keine Halle hat“, weiß die Reitlehrerin.

Wer der Kleverin, den Kindern und Pferden vielleicht helfen kann, sollte sich schnell melden unter Telefon 0178 8745 431 oder per Mail an copama67@outlook.com