Die Münze ist die stationäre Jugendeinrichtung der Caritas Kleve.

Asperden : „Münze“ der Caritas baut in Asperden

Am Knobbenhof hat die Caritas neben dem älteren Gebäude, das sie bislang schon für diesen Zweck nutzte, einen Neubau für eine integrative Wohngruppe Jugendlicher realisiert. Nebenan entsteht Betreutes Wohnen.

Sie alle befinden sich in schwierigen Lebenssituationen, suchen Perspektiven für ihre Zukunft. Diese Phase müssen sie jedoch nicht alleine durchstehen, sie erfahren Unterstützung von der Caritas. Die jungen Leute, die künftig im Neubau „Münze“ am Knobbenhof in Asperden wohnen werden, haben Betreuungsbedarf, weil sie aus verschiedenen Gründen nicht in ihren Ursprungsfamilien bleiben konnten. Einige von ihnen sind auch körperlich oder geistig behindert. Ab Mitte Juli werden sie ihre Zimmer beziehen.

Dirk Wermelskirchen ist beim Caritasverband Kleve der Fachbereichsleiter für Jugend und Familie. Als Einrichtungsleiter Stationäre Einrichtungen ist er zuständig für die Münze mit ihren verschiedenen Wohngruppen. Die Münze versteht sich als pädagogische Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe, Kostenträger sind  die Jugendämter oder der Landschaftsverband. „Beim Bau des neuen Hauses in Asperden sind wir von der Aktion Mensch unterstützt worden“, erzählt Wermelskirchen. Ein von außen schlichtes Flachdachgebäude, das sich harmonisch in die Umgebung einfügt, hat der Gocher Architekt Johannes Peeters geplant. Zweigeschossig mit eingeschossigem Nebentrakt, braun verklinkert, von einer grünen Hecke umgeben. Der Kindergarten ist gleich nebenan, die Grundschule gegenüber. Das Pfarrbüro der Asperdener Kirche grenzt hinten an den Garten an – demnächst wird eine Mauer für etwas Abstand sorgen.

„Mitten im Ort – so wollen wir es haben. Unsere Wohngruppen sind dort, wo auch andere Menschen leben, und sie sind inklusiv angelegt. Behinderte und junge Leute mit anderen Problemen leben miteinander. Manche haben Gewalt und Missbrauch erfahren, bei einigen kamen die Eltern nicht mit der Beeinträchtigung ihres Kindes zurecht oder waren einfach überfordert“, berichtet der Sozialpädagoge. Wichtig bleiben die Angehörigen  dennoch: „Wir arbeiten, so weit das geht, intensiv mit den Eltern zusammen“, sagt Wermelskirchen.

Schon seit vielen Jahren gehört die Münze zu Asperden. Ein unauffälliges Wohnhaus beherbergte die Wohngruppe lange Zeit. „Aber der Altba is in die Jahre gekommen, ist zum Beispiel nicht barrierefrei. Deshalb bauen wir ihn um, damit dort demnächst Betreutes Wohnen eingerichtet werden kann“, erklärt der Fachbereichsleiter. Junge Leute über 18 Jahre, die tagsüber zum Beispiel in einer Werkstatt arbeiten, kommen mit einer zeitweisen Hilfe zurecht. Die jüngeren Mädchen und Jungen nebenan hingegen benötigen noch feste Betreuung; „fünf pädagogische Fachkräfte kümmern sich um sie“, berichtet Wermelskirchen. Auch über Nacht ist immer jemand da. 

Der Neubau hat im Erdgeschoss eine große Küche plus Vorratsraum und ein Esszimmer, außerdem einen Wohnraum für gemeinschaftliche Aktivitäten. Jeder Jugendliche bekommt jedoch auch sein eigenes Zimmer, in beiden Etagen sind WC- und Waschräume für beide Geschlechter vorhanden. „Die Räume oben werden jetzt über einen Aufzug erschlossen“, zeigt der Einrichtungsleiter – wer kann, nutzt natürlich die Treppe. Schön ist der Blick aus den großen Fenstern zu jeder Seite. „Nach hinten raus werden wir auch einen Garten mit einer großen Terrasse haben“, erzählt Wermelskirchen. Die Caritas setzt weiterhin auf eine gute Nachbarschaft und freut sich auf den Neustart am Knobbenhof.

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