Goch: Die Gaesdonck gelebt

Goch: Die Gaesdonck gelebt

Viel Dank zum Abschied: Mit einem tollen Festakt haben Kollegen, Schüler, Eltern und Wegbegleiter Hans-Georg Steiffert gefeiert. Ende dieses Monats geht der Chef der Gocher Gaesdonck in den Ruhestand.

Die Schule ist aus — zumindest für Hans-Georg Steiffert. Zum 31. Juli verlässt der Direktor des Collegiums Augustinianum Gaesdonck zum dritten und letzten Mal — nach Schülerzeit, Lehrerzeit und nun sechs Jahren in leitender Funktion — seine Schule. Den Abschied aus Schul- und Internatsleitung feierte die große Gemeinschaft der Gaesdonck jetzt schon mit einer Feierstunde.

Verdienste gewürdigt

"Wenn man hier als Betroffener sitzt, ist man geneigt sich umzudrehen und zu fragen, von wem reden die eigentlich", scherzte Steiffert in seiner unaufgeregten Art, als er zum Ende des Festaktes endlich zu Wort kam.

Denn viele waren gekommen, um seine Verdienste um das bischöfliche Gymnasium zu würdigen — angefangen bei den Schülern selbst: Um Steifferts doppelter Funktion als Schul- und Internatsleiter gerecht zu werden, übernahmen Zwillingspaare die Moderation der Feierstunde. Und bei zahllosen zwölfstündigen Arbeitstagen des Direktors wunderte es nicht, dass dazu alle Zwillinge der Schule herangezogen wurden.

"Es geht nicht nur darum Techniken zu erlernen, sondern Leidenschaft zu vermitteln", zitierte Domkapitular Hans-Bernd Köppen frei nach Antoine de Saint-Exupéry. Und dafür sagte der Vorsitzende der Gaesdoncker Stiftung Dank für Steifferts "langjährigen, inspirierenden und menschlichen Dienst".

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Unterstützt wurde dieser — natürlich wegen der doppelten Funktion — von seinem Stellvertreter Prof. Dr. Hans Buffart. Und der hob nicht nur die Neuerungen von der Gaesdoncker Kunstschule über die Junior Business School bis zum Kinder College oder dem deutsch-chinesischen Austausch hervor, die Steifferts Visionen entwuchsen. Sondern betonte auch den Tatendrang angesichts finanziell schwerer Zeiten im Internatsbereich und deren Überwindung.

Der Direktor habe jedem Mitarbeiter vermittelt, dass er wichtig für die Gaesdonck sei, lobte Jochen van Loon als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. "Sie haben die Gaesdonck gelebt", gab es höchstes Lob auch von Jürgen Vennmanns (Elternpflegschaft), der sich auf das pädagogische Konzept der Schule berief: christlich leben, sozial handeln, Begabungen entfalten.

Mit dem für Steiffert so markantem "kurzum" bescheinigte ihm ebenso Primaner-Speaker Felix Wolters einen "guten Job". Dank zum Abschied überbrachten außerdem Gabi Theissen, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Goch für Steifferts Wahlheimat, mit der die Kooperation nicht nur im Bereich der Kunstschule vorbildhaft war, sowie Weezes Bürgermeister Ulrich Francken.

Dazwischen gab es ein ebenso niveauvolles wie warmherziges Rahmenprogramm der Gaesdoncker. So blieb dem scheidenden Chef der Gaesdonck nur noch ein gerührtes: "Es ist erstaunlich, wie viel Lob ein Mensch vertragen kann." Und natürlich galten seine letzten Worte den Schülern: "Ihr gehört zum Alleinstellungsmerkmal der Schule".

(RP/rl)