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Die Freizeitstätte Wisseler See hat einen neuen Geschäftsführer

Wisseler See : Neuer Chef für Freizeitpark Wisseler See

Ob der geplante Verkauf der Freizeitstätte gelingt, ist noch unklar - das hängt von der Finanzbehörde ab. In jedem Fall gibt’s ab 1. April schon mal einen neuen Geschäftsführer: Ludwig Ingenlath aus Sonsbeck.

Der Frühling lässt sich nicht aufhalten. Ob das Finanzamt und die Vertragspartner nun einen Weg zueinander finden oder nicht: Die neue Freizeitsaison steht vor der Tür, und da muss es am Wisseler See weiter gehen. Daniela Dellemans, bislang Geschäftsführerin des Freizeitzentrums, wollte schon länger kürzer treten und hatte zuletzt noch mal einige Monate dran gehängt, um eine geordnete Übergabe zu ermöglichen. Jetzt ist es aber so weit: Die Wisselerin hört auf (jedenfalls offiziell), ein Sonsbecker rückt nach. Zum 1. April ist der erst 27-jährige Ludwig Ingenlath zum neuen Geschäftsführer bestellt. Bereits seit einigen Wochen wird er von der bisherigen Chefin eingearbeitet und wurde nun von Bürgermeisterin Britta Schulz, Kulturamtschef Harald Münzner und den Vertretern der Stadtentwicklungsgesellschaft SEG (Eigentümerin des Freizeitzentrums) vorgestellt. In der Gastronomie „Campino“ des Wisseler Sees, die  bereit ist für die kommende Saison. Neben an wurde das Camping-Lädchen neu sortiert und mit frischen Waren ausgestattet – in wenigen Tagen ist wieder Zeit für Badelatschen und Federball.

Bevor es zu Missverständnissen kommen könnte, stellte Britta Schulz gleich klar: „Es geht jetzt nicht um die neue Struktur, die der Wisseler See vielleicht in einiger Zeit haben wird. Die steuerrechtlichen Fragen, die uns seit längerem beschäftigen, sind noch nicht geklärt.“ Und so lange sich das Finanzamt nicht eindeutig positioniert hat,  wird das Gelände nicht an den Interessenten veräußert, der Pläne hat, die sich auch rechnen müssen.  Im Gespräch mit der Redaktion  hatte der Mülheimer Investor, der schon verschiedene Campingpätze unterhält, klar geäußert, dass er die Freizeitstätte nur übernimmt, wenn das zu den Konditionen funktioniert, die er mit der Stadt ausgehandelt hat – ein langfristiger Pachtvertrag mit steuerlichen Vorteilen für den Betreiber ist geplant. So oder so muss es bis dahin aber weitergehen, und deshalb suchte die SEG einen neuen Geschäftsführer. „Ich bin selbst auf einem Campingplatz aufgewachsen – allerdings nicht in einem Wohnwagen“, scherzte der junge Mann bei seiner Vorstellung. Seine Eltern betreiben den  „Kerstgenshof“ in Sonsbeck-Labbeck, einen naturnahen Fünf-Sterne-Campingplatz am Höhenzug „Sonsbecker Schweiz“. Nicht weit entfernt von der Römerstadt, von den Xantener Badeseen und auch in Fahrradnähe zum Rhein kennt Ludwig Ingenlath sich bestens aus. Er ist überzeugt davon, den „Wisseler See“ weiter entwickeln zu können. Sein Vertrag gilt erst einmal bis 2021. Bis dahin hoffen alle Beteiligten, klarer zu sehen, wie es weiter geht.

Der junge Sonsbecker hat bisher nicht nur seinen Eltern geholfen, sondern auch Betriebswirtschaft mit Fachrichtung Marketing studiert und bei einer auswärtigen Firma gearbeitet. „Als ich dann von der Stelle  hörte und mich erkundigt habe, sind wir uns schnell einig geworden, dass das passen könnte.“ In Wissel wird er erstmals eigenverantwortlich für ein Projekt und für 54 Mitarbeiter in der Saison zuständig sein, wobei die ganz großen Änderungen in näherer Zukunft sicher nicht zu erwarten sind, denn zum Investieren fehlt der Stadt Kalkar bekanntlich Geld, das eben ein Investor mitbringen soll. Schon jetzt hat der Wisseler See mit seiner riesigen Wasser- und Strandfläche, mit Bereichen für Dauer- und für touristische Camper, mit seinen Chalets und Freizeitangeboten eine Menge zu bieten. Es gibt eine große Sport- und Multifunktionshalle, Restaurant, Imbiss und Strandbar. Und vor allem Ruhe, die Menschen aus dem Ruhrgebiet dort seit über 50 Jahren suchen und finden. Die Anlage schreibt seit längerem schwarze Zahlen; im vergangenen Jahr zählte Daniela Dellemans 66.000 Übernachtungen im Tourismus und etwa 1800 bei den Dauercampern. Deren Anzahl hatte sich übrigens jahrelang reduziert, erhöhe sich aber langsam wieder, stellt Dellemans fest. „Wobei klar ist, dass der gegenwärtige Zustand bei den Stamgästen für Beunruhigung sorgt. Aber das hatten wir schon mehrmals – Neuerungen verunsichern die Leute.“ Vorerst jedoch werde sich am Wisseler See nichts Grundsätzliches ändern, jeder könne seinen angestammten Platz behalten und sich auf den Sommer freuen. Der Eingangsbereich, Wege und sanitäre Anlagen wurden einmal mehr erneuert und verschönert, in den großen Ferien soll es erstmals eine Wasser-Spielanlage geben. Es wird gemeinsam mit einer Firma für Erlebnispädagogik ein tolles Ferienprogramm geben. „Wir werden den Kindern unserer Gäste einen Holzbauplatz anbieten, auf dem das Mittelalter neu entstehen soll“, so Delleman, die dem Team Wisseler See weiter beratend zur Seite stehen wird.  Für zehn Jahre „Super-Arbeit“ wurde ihr von der Bürgermeisterin übrigens herzlich gedankt.

Drei neue Miet-Chalets wurden angeschafft, sie werden ebenso wie die originellen anderen Unterkünfte mit Sicherheit gut gebucht werden. Aber auch, wer seinen Wohnwagen abstellen oder einfach mal nur ein Zelt aufschlagen möchte, ist am Wisseler See willkommen.