Goch: Die fliegenden Männerbeine

Goch: Die fliegenden Männerbeine

266 tanzende Männerbeine brachten das Publikum im Kastell beim 4. Männerballett-Turnier des Karnevalsvereins der Freiwilligen Feuerwehr Goch (KFG) zum Toben. Akrobatik, Humor und ganz viele Knalleffekte.

Trotz des warmen Sommerabends kamen vor allem die weiblichen Zuschauer in Scharen, um Männer tanzen zu sehen. Den Auftakt machte noch die Bambini-Tanzgarde des KFG, aber dann gehörte die Bühne den Herren. Keine leichte Aufgabe lag vor der Jury um Hilla Heien, Karin Arntz, Anna Arntz, Carina Janssen und Christian Poell.

Hüften kreisten

Die "Schloss Kavaliere" aus Gymnich machten den Anfang und ließen die Hüften kreisen und die Hüllen fallen. Die gefühlte Temperatur im Kastell stieg daraufhin um einiges. Lobende Worte kamen prompt von Carina Janssen: "Der Erste zu sein ist oft schwer, aber ihr habt die Meßlatte wirklich hoch gelegt." Auch das einzige männliche Jurymitglied Christian Poell lobte besonders die Ausstrahlung der Gymnicher: "Der Funke ist wirklich übergesprungen." Eine Woche nach ihrem Männerballettturnier fanden auch die Männer des Humus-Balletts aus Materborn den Weg nach Goch und lieferten sich als Römer und Gallier verkleidet einen heißen "Kampf", bei dem die Zähne nur so über die Bühne flogen. Neben dem Tanz waren die Zuschauer von der humorvollen Darbietung begeistert.

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Das Humus-Ballett, das sein 30-jähriges Bestehen feiert und mit Norbert Leenders einen Tänzer hat, der seit der Gründung dabei ist, hatte mit 67 Jahren den ältesten Tänzer in seinen Reihen. Christian Poell gestand: "Ihr habt mich wirklich umgehauen, ich lag vor Lachen fast auf dem Boden." Für einen Knalleffekt vor der Pause sorgten die tanzenden Väter der "Dancing Daddys" aus Frielingsdorf, die im letzten Jahr den Siegerpokal mit nach Hause nahmen. Unter dem Titel "Neue Kölsche Männer" wirbelten die "Daddys" über die Bühne und zeigten akrobatische Hebefiguren der Extraklasse. Für Jurymitglied Carina Janssen Grund genug, sich von ihrem Stuhl zu erheben: "Ich tue das zum ersten Mal, aber vor euch muss ich mich verneigen."

Nach einer kurzen Pause brachte "De Männer" aus Stolberg einen Hauch von Sommer ins Kastell. Nachdem sie als Schneemänner einmarschiert waren, entledigten sie sich rasch der Mützen und Schals und lieferten passend zu dem warmen Frühlingsabend in Goch eine karibische Show mit Samba-Klängen. Karina Arntz lobte die einzigartige Choreographie, während Hilla Heien sich sehr gut vorstellen konnte, mit "De Männer" am Strand zu liegen: "Von diesen Männern ließe ich mich dann auch gerne einölen."

Nach der Karibik ging die nächste Reise nach Holland: Als Meisjes mit stilechten Holzklompen überzeugten "Die Knallfrösche" weniger mit Akrobatik als mit einer aufgefeilten Choreographie, die ihnen viel Lob von Carina Janssen einbrachte: "Wie ihr mit den Klompen getanzt habt, ich glaube nicht, das ich das hinbekommen hätte." Nach einem Abend mit durchweg toller Stimmung wurde die Siegerehrung fast zur Nebensache. Am Ende teilten sich die "Happy Boys", die "Hoppe Möcke", die "Schloss Kavaliere" und die "Knallfrösche" den vierten Platz hinter den Drittplazierten "De Männer", dem Humus-Ballett und den "Dancing Daddys". Einen Trost für die "Happy Boys" gab es noch: Der Hauptpreis der Verlosung, eine Reise nach Prag, ging an ein Mitglied ihres Fanblocks.

(RP)
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