Goch: Die eigene Stadt erkunden

Goch : Die eigene Stadt erkunden

Seit vielen Jahren gibt es die Gocher Stadtführungen, die ohne das hohe Engagement und die Beteiligung der Bürger nicht möglich wären. Bis Ende Oktober gibt es noch zahlreiche Termine, bei denen die Stadt erkundet werden kann.

Heute ist es wieder soweit. Für nur 3 Euro können sich Interessierte von einem der zwölf Gästeführer die Gocher Sehenswürdigkeiten im Rahmen einer Stadttour zeigen und erklären lassen. Dabei führt der Begriff Gästeführer leicht in die Irre, denn häufig sind es auch Bürger der Arnold-Janssen-Stadt selbst, die noch wertvolle und neue Informationen über ihre Heimat bei solch einem Rundgang erhalten können.

In der klassischen Kinofilmlänge von etwa 90 Minuten spazieren die Teilnehmer durch die Gocher Innenstadt — und so manche Geschichte, die es dabei zu hören gibt, ist durchaus filmreif. Vom Rathaus, dem Herzen der Stadt, geht es auf den Marktplatz, den eigentlichen Ausgangspunkt der historischen Reise.

Der erste Flachsmarkt

Hier wurde beispielsweise bereits im Jahr 1847 der erste Gocher Flachsmarkt organisiert. Der bekanntlich auch heute noch zweimal im Jahr an Ort und Stelle stattfindet. Inzwischen geht es zwar nicht mehr um den Flachs sondern um Sparschäler, Socken und Sonderbares, doch die Tradition lebt und lockt alljährlich Zigtausend Menschen in die Stadt an der Niers.

Auf den Spuren der Geschichte wandelnd laufen die Gruppen entlang der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dabei bildet das Steintor, das einzig erhaltene von ehemals vier Stadttoren, einen der Höhepunkte. 1371 erstmals erwähnt, im 19. Jahrhundert noch Gefängnis, nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der Polizeiwache, heute Kommandozentrale des hiesigen Heimat- und Verkehrsvereins.

Stadtwohnsitz

Eine weitere Station bildet die Susmühle an der gleichnamigen Brücke, die um 1700 errichtet wurde und heute ein unter Denkmalschutz stehendes Wohnhaus ist. Erst vor wenigen Jahren wurde das historische Mühlrad aufwändig restauriert und bildet so einen weiteren Blickfang in der Gocher Innenstadt. Das Haus zu den fünf Ringen, erbaut um 1550, befindet sich quasi direkt neben dem Rathaus und auch hierzu gibt es zahlreiche spannende Geschichten zu erzählen. Denn der ursprüngliche Stadtwohnsitz Adeliger wurde zwar im Krieg im inneren Kern fast vollständig zerstört, gilt aber dennoch als das einzige noch fast vollständig erhaltene und weithin schönste Bürgerhaus aus dem 16. Jahrhundert.

Auch um die spätgotische Kirche St. Maria Magdalena und viele weitere bedeutende Plätze ranken sich vielen noch unbekannte Geschichten. Allesamt sind sie Zeugen der Vergangenheit und gleichzeitig Wahrzeichen des gegenwärtigen Gochs. Zwischen Steintor und Poorte Jäntje garnieren die kundigen Stadtführer ihre informativen Touren immer wieder mit Anekdoten und machen sie so zu einem kurzweiligen und unterhaltsamen Erlebnis.

(RP)