Lokalpolitik  Jan Baumann will Gocher werden

Goch · Die Frist, innerhalb derer sich Interessenten beim Vorstand hätten melden können, ist am Donnerstag abgelaufen. Für die Gocher CDU bleibt es bei einem Bewerber zum Bürgermeisterkandidaten – es ist ein Kranenburger.

 Jan Baumann spaziert durch die Gocher Fußgängerzone. Wenn die CDU-Mitglieder seine Kandidatur unterstützen, möchte der Kranenburger im Herbst nach Goch ziehen.

Jan Baumann spaziert durch die Gocher Fußgängerzone. Wenn die CDU-Mitglieder seine Kandidatur unterstützen, möchte der Kranenburger im Herbst nach Goch ziehen.

Foto: Anja Settnik

Ein „offenes und transparentes Verfahren“ war ausgerufen worden, eines der Art, aus dem damals auch Stefan Rouenhoff als Bundestagskandidat hervorgegangen war. Während der Gocher allerdings Mitbewerber hatte, will anscheinend außer Jan Baumann niemand für die CDU Goch in den Bürgermeister-Wahlkampf ziehen. Am 4. Juli um 13 Uhr lief die Frist aus, die der Stadtverband festgesetzt hatte. Kein Gocher Bürger warf seinen Hut in den Ring; der 44-jährige Kranenburger blieb der einzige Bewerber.

Stefan Rouenhoff, nicht nur Mitglied des Bundestages, sondern auch Vorsitzender der CDU Goch, ist sich über den „Makel“ des Kollegen völlig im klaren: Der Mann ist kein Gocher. Was sich aber schnell ändern könnte, verriet Baumann im RP-Gespräch: „Wenn sich die Mitglieder bei der Aufstellungsversammlung im Oktober für mich als Kandidaten entscheiden sollten, ziehe ich nach Goch. Nicht erst, wenn ich Bürgermeister geworden bin.“ Dass dies gelingen könnte – da gibt sich der Kranenburger zuversichtlich. „Ich bin Optimist und möchte mit ganz vielen Gochern ins Gespräch kommen, um zu zeigen, dass wir zueinander passen.“

Jan Baumann leitet in Kleve eine Anwaltskanzlei mit zehn Juristen und einem Dutzend weiterer Mitarbeiter. Er ist Fachanwalt füt Arbeits-, Insolvenz-, Handels- und Gesellschaftsrecht. Und trotz seines beruflichen Erfolgs fehlt ihm bisher etwas: „Ich möchte gerne mal an einer längerfristigen Aufgabe arbeiten. Als beratender Anwalt habe ich meist mit Projekten zu tun, die nach einer Weile abgeschlossen sind. Als Bürgermeister, der vielleicht über mehrere Legislaturperioden im Amt ist, kann man Themen entwickeln und fortsetzen, seine Stadt hoffentlich nachhaltig prägen.“

Baumann hat sich in Goch schon intensiv umgesehen und sich von den Parteifreunden informieren lassen. Ebenso wie Stefan Rouenhoff sieht er „viel Potential“ in der Stadt. Es gebe viele bislang unter Wert genutzte Lagen, Unternehmer und Investoren müssten motiviert und begleitet werden – „das ist natürlich richtig viel Arbeit.“ Durch ihre Nähe zur Autobahn, großzügige Gewerbeflächen, eine attraktive Fußgängerzone und engagierte Händler habe die Stadt beste Chancen, sich zu entwickeln. Auch der Tourismus könne sicherlich ausgebaut werden. „Wichtig ist mir außerdem, nicht nur die Innenstadt zu stärken, sondern auch die Dörfer mitzunehmen. Wir möchten doch alle das ländliche Leben in unserer Region erhalten!“

Jan Boumann ist Vater zweier Jungs, die er gerne zum Fußball begleitet und mit denen er gemeinsam Musik macht: „Sie Schlagzeug, ich Klavier.“ In Kranenburg unterstützt er die private Europa-Realschule, sein Hobby ist die Jagd. Als stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft und Mitglied des Landesjagdverbandes sitzt er im Naturschutzbeirat. Gocher werden wichtiger finden, dass der CDU-Mann sich seit vielen Jahren im Karneval engagiert. Bisher sind’s die Krunekroane, aber er sei sicher, auch im Gocher Vereinsleben heimisch werden zu können.

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