Goch: "Die 12 Geschworenen" im Kastell

Goch : "Die 12 Geschworenen" im Kastell

Für einen spannenden Abend sorgt das Berliner Kriminal Theater am 27. März um 20 Uhr im Gocher Kastell . Die KulTOURbühne präsentiert das Stück "Die 12 Geschworenen". Das kammerspielartige Justizdrama basiert auf der Kinoadaption des gleichnamigen Fernsehspiels von 1954. Der Film gilt bei Soziologen und Psychologen bis heute als ein Musterbeispiel zur Anschauung von Rollenverhalten, Gruppenverhalten und gruppendynamischen Prozessen.

Eintrittskarten sind zum Preis von 10,50 oder 8,90 Euro bei der KulTOURbühne im Rathaus, Telefon: 02823 320202, erhältlich. Sie können ebenfalls online im Veranstaltungskalender bei www.goch.de geordert werden.

Und darum geht es: Es ist der heißeste Tag des Jahres. Ein Gewitter liegt in der Luft. An diesem Tag findet der letzte Tag eines schwerwiegenden und an sich eindeutigen Mordprozesses mit erdrückender Beweislast statt. Ein 17jähriger aus einem Slumviertel hat im Streit seinen Vater mit einem extrem auffälligen Springmesser erstochen.

Die Anklage präsentierte zwei glaubhafte Zeugen. Beide haben den Jugendlichen bei der Ausführung der Tat beobachtet und ihn kurz darauf wegrennen sehen. Reginald Roses Stück "Die 12 Geschworenen" setzt mit dem Ende der Verhandlung ein, als sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen. Man lernt zwölf New Yorker Männer und Frauen völlig unterschiedlichen Charakters und Temperaments kennen, deren einzige Gemeinsamkeit es ist, bestimmt worden zu sein, in diesem Mordprozess einen einstimmigen Schiedsspruch zu fällen.

Da der Fall eindeutig ist, wird mit einem raschen Ende der Sitzung gerechnet. Elf der Geschworen sind sich sofort einig. Der Angeklagte ist schuldig. Einer jedoch stellt sich gegen die Mehrheit. Er hat einen begründeten Zweifel und plädiert für nicht schuldig. Das Unverständnis der Mitgeschworenen ist groß. Detailgenau werden noch einmal die Zeugenaussagen besprochen, die Tatwaffe betrachtet, ebenso wie der Tatort-Plan und das Motiv. Und plötzlich, nach genauerer Analyse, scheinen die Beweise keineswegs mehr eindeutig. Die Atmosphäre ist zum Zerreißen gespannt. Doch nach und nach wird die Mauer der Vorurteile und schnellen Schlussfolgerungen brüchig. Es stellt sich die Frage: Wie hoch ist das Risiko, einen Unschuldigen hinrichten zu lassen?

(RP)
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