Goch: Der Traum im Hafen

Goch: Der Traum im Hafen

Gestern wurde der Siegerentwurf für den Bau der Hochschule vorgestellt, der Kleves Gesicht künftig prägen wird. 7000 Hektar alte Hafenflächen werden bis 2013 überbaut werden. Ausführendes Büro ist nps aus Hamburg.

kleve Die Stadt Kleve bekommt ein neues Aushängeschild, ein weiteres Wahrzeichen zu den Spitzen von Kirche und Burg: Gestern stellte das international arbeitende Architekturbüro "nps tchoban voss" mit Sitz in Hamburg und Standorten in Berlin und Dresden den Plan für die Hochschule Rhein-Waal (HRW) im Klever Hafen vor. Dabei stiegen die Planer ausgesprochen gerne von den Höhen des 430-Meter-Wolkenkratzers in Sankt Petersburg, den sie derzeit ebenfalls planen, auf die Ebenen des Unteren Niederrheins hinunter, um hier das Renommierobjekt HRW aufzurichten.

Im Zentrum

Im Zentrum der HRW steht der alte Speicher der Allgemeinen. Wunderbar haben die Planer dessen Wände mit einer unregelmäßigen Lochfassade überzogen, die wie das Muster eines Klimt-Bildes wirkt und stark an das moderne Wahrzeichen des Weltkulturerbes Zeche Zollverein erinnert. "Das war wirklich ein Vorbild für uns", sagt Alf M. Prasch, Geschäftsführer bei nps. Um dieses alte Denkmal, das mit neuer Fassade Moderne und Tradition miteinander vereint und künftig als Bibliothek der "Wissensspeicher" wird, gruppieren sich die Neubauten der Hochschule und mit Blick auf Burg und Wendehafen die Mensa, auf der andern Seite des Spoykanals das Audimax mit seinen drei großen Hörsälen.

Architekt Prasch und sein Partner Ekkehard Voss verkündeten aber auch, dass sie Wert darauf legen, als 140-Mitarbeiter-Büro zusätzlich stets mit Kollegen vor Ort zusammen zu arbeiten. Und die Klever Kollegen der beiden Hamburger strahlten dabei stolz um die Wette: Friedhelm Hülsmann und Christian Thieme gehören zum Team derer, die das Renommierobjekt verwirklichen können, die an der Planung beteiligt waren. Die öffnet unter anderem den alten Flachbau nach oben zu einem umbauten Garten.

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Das Verfahren lag in den Händen von Dr. Beate Niemann, die schon das Unterstadtverfahren für Rathaus und Minoritenplatz für die Stadt Kleve prima über die Bühne brachte und dieses mal verriet, dass mit Prof. Hannes Hermanns unter den fachkundigen "Juroren" dieses Verfahrens ebenfalls ein streitbarer Klever Architekt saß. Das Gremium wählte ja nps aus.

Kleves Bürgermeister Theo Brauer war gestern von dem vorgestellten Siegerentwurf und der damit verbundenen Verwirklichung der HRW begeistert. "Eigentlich sollte man angesichts dieses Erfolgs für unsere Stadt dankbar schweigen. So etwas kann man sich sonst nur erträumen", sagte er. Drei Jahrzehnte habe man in Kleve um eine Hochschule gekämpft, so der Bürgermeister. Jetzt endlich sei man an der Verwirklichung dieses Traumes angekommen. Und Kleve bekomme damit nicht nur studentisches Leben, sondern auch ein neues städtebauliches Gesicht, eine wunderbare Komposition von Campus, "wie wir sie uns nicht hätten vorstellen können".

Landrat Wolfgang Spreen, federführend bei dem Verfahren, pflichtete ihm bei: "Ich glaube, das passt zu Kleve".

(RP)