Goch : Der "Speisekelch"

Pfarrer Günter Hoebertz: Das Ziborium ist ein bedeutender Schatz der Gocher Liebfrauenkirche. Zur Weihe des Gotteshauses vor 75 Jahren wurde er von Geschwistern der Kirche geschenkt.

Für Pfarrer Günter Hoebertz ist das große Ziborium ein bedeutender Schatz der Liebfrauenkirche in Goch. "Ziborium" ist ein lateinisches Wort. Auf deutsch heißt es "Speisekelch". Die heiligen Hostien, die bei der Messe übrigbleiben, werden im Ziborium gesammelt und dann im Tabernakel aufbewahrt. Anlässlich der Weihe der Gocher Kirche am 30. April 1933 wurde das Ziborium von den Geschwistern Theodor und Toni van Gulik dem neuen Gotteshaus zum Geschenk gemacht. Zu Anfang hatte es für die junge Liebfrauengemeinde zwei Funktionen: Es diente sowohl der Aufbewahrung der konsekrierten Hostien im Tabernakel, konnte aber auch auf Grund seiner Größe als Ersatz für eine Monstranz zur Anbetung genutzt werden. Dazu wurde das Ziborium mit einem Velum, das ist ein Stoffmäntelchen, verhüllt.

Vergoldet und poliert

Zum Anlass des 75. Jubiläums der Kirche hat Pfarrer Hoebertz das Ziborium erneut vergolden und polieren lassen, so dass es zur Zeit wieder in seinem ursprünglichen Glanz und Zustand funkelt. In fast jedem Gottesdienst wird das Ziborium auf den Altar geholt und somit auch der Gemeinde gezeigt. Auf seinem Fuß erkennt man als feine Darstellungen die Liebfrauenkirche, das Steintor und die Kirche St. Maria Magdalena. "Somit ist es ein Zeitzeugnis für die Christen in Goch", sagt Pfarrer Hoebertz, "es ist ein Werk, das ausdrücklich für die Liebfrauenkirche und für Goch geschaffen wurde und stellt die Präsenz Gottes in Goch künstlerisch gestaltet dar.

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Durch die Abbildungen ist es historisch und geographisch festgelegt. Durch seinen Inhalt kommt die transzendentale Bedeutung hinzu". Der Seelsorger unterstreicht: "Gott ist in Goch gegenwärtig: Dieses Gefäß fasst in seiner Existenz die frohe Botschaft zusammen und verkündet sie allen, die es ansehen. Es hilft uns ein klein wenig mehr, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, dass Gott uns Menschen so sehr liebt, dass er sich uns überall auf der Welt, auch in Goch, verschenkt im Brot des Lebens. Wir können uns seiner Gegenwart sicher sein". Der Geistliche sagt weiter: "Diesen Trost verbreitet dieses Gefäß für mich. Auch wenn wir Gottes nicht habhaft werden können, so ist das Ziborium mit seinem Inhalt ein Garant dafür, dass wir nicht allein gelassen werden. Gerade auch in schweren Zeiten, damals im Krieg und heute bei der Schließung der Kirche am 22. November dieses Jahres".

Die Größe des Ziboriums scheint überdimensioniert. So viele Hostien brauchen nicht vorgehalten zu werden. Doch ist das Maß wohl so gewählt worden, damit man auch aus der letzten Reihe im Gotteshaus das Gefäß mit dem Leib Christi sehen und so zur Anbetung kommen kann.

(RP)