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Goch: Der Klick zum Kapellenplatz

Goch : Der Klick zum Kapellenplatz

Seit Mai ist die Webcam der Stadt Kevelaer online. An besonderen Pilgertagen wie der Tamilen-Wallfahrt steigt die Zahl der Nutzer stark an. Gesichter oder Autonummern sind nicht zu erkennen.

Kevelaer Egal, wo man sich auf der Welt befindet, das Herzstück Kevelaers, der Kapellenplatz, ist nur ein paar Klicks entfernt. Mit dem Beginn der Pilgerzeit 2009 hat die Stadt Kevelaer ihre Webcam in Betrieb genommen. Rund um die Uhr, alle zehn Sekunden, macht die Kamera ein aktuelles Bild des Platzes. Wer mag, kann am PC Bild für Bild aktualisieren und zugucken, wie Passanten auftauchen und wieder verschwinden.

Auflösung gering gehalten

Voyeuristische Gemüter kommen dabei nicht auf ihre Kosten. "Niemand ist zu erkennen", versichert Christian Cleve, der als Auszubildender der Stadt Kevelaer im EDV-Bereich tätig ist. "Das war eine Grundbedingung der Wallfahrtsleitung." Die Pfarrei St. Marien musste als Eigentümerin des Platzes ihr Einverständnis für die Dauer-Fotoaktion geben. "Auf den Wunsch der Kirche haben wir die Auflösung so runter gedreht, dass weder Gesichter noch Autonummern zu identifizieren sind", erläutert Cleve. Installiert wurde die Kamera in der Nähe des Don-Bosco-Saals, wo der Kapellenplatz in die Amsterdamer Straße übergeht. Der Blick geht in Richtung der Gnaden- und der Kerzenkapelle. Bäume sorgen derzeit für einen dezenten Sichtschutz.

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Doch wozu dienen Webcams eigentlich? Christian Cleve erklärt, dass die Kamera mehr ist als ein digitaler Gag. "Viele Besucher informieren sich zum Beispiel auf diese Weise über das aktuelle Wetter in der Stadt", sagt er. Cleve kann über den Server ziemlich genau ermitteln, wie viele Menschen die Webcam nutzen. "Ein Mittel aus vier zufällig gewählten Samstagen ergab einen Tageswert von zirka 500 Visits", resümiert er. An besonderen Wallfahrtstagen steigt die Zahl der Webcam-Nutzer deutlich an. So auch am vergangenen Wochenende bei der Tamilenwallfahrt. Die Zahl der Visits sei am Samstag auf das Doppelte gestiegen, erklärt Cleve. Bei der Motorradwallfahrt im Juli meldete Stadtmitarbeiter Frank Heix-Kaenders gar für den Samstag rund 3000 Klicks. Es gebe Webcams, die das Motiv permanent filmten ("Livestream") und nicht in Bilder aufteilten. Dass dies in Kevelaer nicht gehe, habe mit der Barrierefreiheit der Internet-Seite zu tun. "Da sind Videos nicht erlaubt", erklärt Christian Cleve.

Aus den USA

Durch die Auswertung der IP-Muster kann der Auszubildende feststellen, aus welchen Ländern die Nutzer kommen. Überraschend: Rund 14 Prozent klicken den Kapellenplatz von den USA aus an. IP-Muster aus den Niederlanden kommen nur auf Platz drei. Webcams, so Cleve, bedienten auch noch ein anderes, sehr menschliches Bedürfnis – Heimweh.

(RP)