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Goch: Das Licht für Frieden

Goch : Das Licht für Frieden

Die Flamme aus Bethlehem ­- weitergereicht bis in die Maria-Magdalena-Kirche ­ wird gerade in diesem Jahr zum Symbol für Hoffnung, dass eine bessere Zeit beginnt.

Ruhig brennt die Kerze, eine wie keine andere hier, in der Maria-Magdalena-Kirche. Da steht es, das Friedenslicht, die Flamme, an der schon so viele Gocher ihre eigene, mitgebrachte Kerze angezündet haben, um genau dieses Friedenslicht aus Bethlehem heimzutragen ins eigene Haus, die eigene Familie. Jetzt, nach der Schließung der Maria-Magdalena-Kirche, bekommt es in Goch noch eine ganz andere, eine viel weiter reichende Bedeutung. "Mauern brechen -­ Frieden finden ­- Hoffnung geben”.

Mauern brechen

Klingt so, als ob es dieses Motto speziell für die Pfarre St. Arnold Janssen gegeben hätte. Stimmt nicht ­ aber es passt. Mauern brechen? Ja, es hat sich gezeigt in diesem Jahr, dass es nicht nur die Mauern sind, aus denen die Liebfrauenkirche (be-)steht. Ja, es gab, es gibt auch noch andere Mauern. Die in den Köpfen. Und deshalb war es alles andere als ein leichtes Jahr für Günter Hoebertz. Eines, das viele Verletzungen gebracht hat, auf allen Seiten. Eines, das deutlich macht: Er wurde, was leicht fiel, in die Haftung genommen, persönlich verantwortlich gemacht für das, was in Xanten und Münster beschlossen war.

  • Emmerich : Pfadfinder bringen das Friedenslicht
  • Kamp-Lintfort : Lintforter Feuerwehr empfängt das Friedenslicht aus Bethlehem
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"Das Friedenslicht”, sagt Hoebertz, "bringt Hoffnung darauf, dass nun, zur Weihnacht, Friede einkehrt in den Herzen. Dass die Weihnachtsbotschaft von der Liebe Gottes weitergetragen wird. Mauern einreißen, die die ,Gefängnismauern‘ um Bethlehem sind, sich die Hände reichen, nicht nur in der Politik oder wie gerade beim Klimagipfel ­ dann wird das kleine Licht zum großen. Und: Licht kann man immer weiter geben, ohne dass es weniger wird....” Keine Klagen, Andeutungen nur, über schwere Wege und Verletzungen. Er beschwert sich nicht darüber, dass manche Gocher ihn ganz persönlich dafür verantwortlich machen, dass die Liebfrauenkirche dicht ist. Warum auch! Dass die Menschen getroffen sind, verletzt, vor den Kopf gestoßen, das allein ist schon schlimm genug. Da hält er es mit Papst Johannes, dem XXIII. ­ "Giovanni, nimm dich nicht so wichtig...”

Mauern einreißen

"Mauern einreißen” ­ da will er weitermachen, wird er weitermachen. Gerade jetzt, da in Goch gezielt Gerüchte gestreut werden, Hoebertz werde vielleicht nicht mehr lange Pfarrer in Goch sein. Bösartigkeit, Intrigen? Kein Wort dazu. Hoebertz schaut nach vorne, in der Hoffnung und im Glauben, dass die Menschen mitgehen werden. Er spricht übers Friedenslicht in der Pfarrkirche. Es könne "die erreichen, die nicht mehr vor die Tür können, auch die, die vielleicht draußen stehen, weil sie das wollen. Das Licht gibt uns einen Hoffnungsschimmer. Es ist klein und so kostbar, weil immer in der Gefahr, auszugehen. Ein kleiner Windstoß reicht.” Das Bild ­ es passt, im Jahr der Kirchenschließung...