Goch: Das geteilte Team

Goch: Das geteilte Team

Seit zwei Jahren arbeiten fünf Frauen aus Goch und Kleve in der Seniorenbetreuung. Sie verstehen sich als ergänzendes Angebot zu den Pflegediensten. Zum Teil wird ihr Angebot von den Kassen übernommen.

Goch/Kleve Einmalig oder regelmäßig, tagsüber, nachts oder am Wochenende, die fünf Frauen haben fast immer Zeit. "Manchmal ist das schon eine Herausforderung", sagt Maria Klaas. Das Team der Senioren- und Angehörigenhilfe ist flexibel einsetzbar. Ihr Arbeitsbereich ist das Umfeld von Kleve und Goch.

Hildegard Kempkes, Maria Klaas, Hildegard Lintzen, Iris Steggers und Rosemarie Urselmans haben alle einen beruflichen Hintergrund im Pflegebereich, haben als Arzthelferin, Entspannungspädagogin oder Hauswirtschafterin gearbeitet. Die Frauen übernehmen Fahrdienste, Behördengänge, helfen im Haushalt und kümmern sich um die Senioren. Sie springen ein, wenn ein pflegender Angehöriger in Urlaub fährt oder aus anderen Gründen verhindert ist. Auch als Haushaltshilfe haben die Fünft schon gearbeitet, als Betreuung für Minderjährige.

Keine Konkurrenz

Jede Frau ist für sich selbstständig, einmal im Monat treffen sie sich und bleiben in der Zwischenzeit in Kontakt.. "Wir arbeiten über die Pflege hinaus", sagt Hildegard Linzten und betont, dass sie keine Konkurrenz für die bestehenden Pflegedienste seien, sondern ein darüber hinaus gehendes Angebot. Seit zwei Jahren arbeiten die Frauen in dieser Konstellation zusammen, Hildegard Lintzen bot ihre Dienstleistungen bereits seit 2001 an. Das Team hat keine "Zentrale", sondern je nachdem, wer den Anruf entgegennimmt, entscheidet, wie es weiter gehen soll. Die Frauen werden von den Krankenkassen angesprochen, ihre Flyer liegen bei Ärzten und Apotheken aus.

Neu ist, dass die Leistungen jetzt auch über die Kassen abgerechnet werden können. Das gilt zum einen für das Betreuungsgeld und zum anderen für die stundenweise Verhindertenpflege, falls ein Angehöriger kurzfristig für die Pflege ausfällt.Die Frauen haben sich über die Arbeit, als Nachbarn und Freunde zusammengefunden. "Wir wundern uns selbst, dass es so gut klappt", sagt Lintzen.

Verschiedene Schwerpunkte

Jede der Betreuungskräfte hat ihren Schwerpunkt: Iris Steggers war Arzthelferin, Maria Klaas hat Erfahrung mit Demenzkranken, Rosemarie Urselmans ist dagegen Entspannungspädagogin, Hildegrad Kempkes hat Erfahrung in der Kranken- und Altenpflege und Hildegard Lintzen war Fachhauswirtschafterin. Sie sind alle unter anderem wegen des Zeitdrucks aus ihren Pflegeberufen ausgestiegen: "Wir wollen Zeit für die alten Menschen haben", sagt Klaas. Und dabei helfen, so lange es geht, im eigenen Haus wohnen zu bleiben.

(RP)