Goch: Das Ende der Provisorien

Goch : Das Ende der Provisorien

Auf dem Feuerwehrgelände am Höster Weg wurde gestern das Kompetenzzentrum von DRK und DLRG eingeweiht. Der zweigeschossige Neubau bietet Platz für Fahrzeuge, technisches Gerät, Schulungsräume und mehr.

DLRG und DRK sind gerettet. Vor sieben Monaten Beginn der Bauzeit, vor vier Monaten bereits Richtfest und gestern die offizielle Einweihung. In Notfällen muss es eben schnell gehen. Wer wüsste das besser als die beiden Hilfsorganisationen und die Feuerwehr, auf deren Gelände am Höster Weg das neue Kompetenzzentrum in Rekordzeit errichtet wurde. Die Stadt Goch hatte den Einsatz zur Errichtung übernommen und der Rat einstimmig grünes Licht für die Blaulichter gegeben.

Optisch angepasst

Bei der Einweihung und Einsegnung konnten sich die zahlreichen Gäste der Hilfsorganisationen gleich ein Bild vom modernen Neubau machen. Optisch den bestehenden Gebäuden angepasst, misst die Grundfläche des zweigeschossigen Neubaus 14 mal 21 Meter, wobei das Erdgeschoss Stellplätze für vier Einsatzfahrzeuge und Lagerflächen für Materialien auf einer Fläche von rund 260 Quadratmetern bietet. Zwei weitere Stellplätze stehen im Gebäude der Feuerwehr zur Verfügung.

Im Obergeschoss befinden sich zwei große, aneinander anschließende Schulungsräume, die — Raumteilern sei Dank — DLRG und DRK bei Bedarf auch gemeinsam nutzen können. Außerdem gibt es dort zwei Büroräume, Toiletten und zwei Küchen. Die des DRK wartet mit einer Kochinsel auf, während sich die DLRG mit einer sehr gut ausgestatteten "Teeküche" begnügt. Die Nutzfläche im über zwei Außentreppen zu erreichenden Obergeschoss beträgt insgesamt etwa 255 Quadratmeter.

Bürgermeister Karl-Heinz Otto sprach von einer "idealen Lösung" für alle Beteiligten und gratulierte bei dieser Gelegenheit speziell dem Gocher DRK, das in diesem Jahr seinen 110. Geburtstag feiert. Bei beiden Vereinen, DLRG und DRK, wird die neue Bleibe sicherlich nicht nur für einen Motivationsschub bei den aktuellen Mitgliedern sorgen, sondern auch die Jugend- und Nachwuchsarbeit wesentlich erleichtern.

Da wurde es allmählich Zeit, dass "die Provisorien ein Ende haben", befand Otto und freute sich über den "weithin einmaligen" Neubau des Kompetenzzentrums. Mit der Investitionssumme von 593 000 Euro sollten Zeichen gesetzt werden für die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements.

Bis dato war die aufwändige Ausstattung der Gocher DLRG in einer halboffenen Scheune untergebracht. Und das DRK war seit der Schließung der Reichswaldkaserne, einer von vielen provisorischen Unterkünften, in einer alten Werkhalle im nächsten Provisorium angekommen. Doch das ist mit dem "gelungenen Baukörper", so die Vizepräsidentin des DRK, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, nun endgültig vorbei. Das Kompetenzzentrum auf dem Feuerwehrgelände sei ein "Symbol für die enge Zusammenarbeit" der drei Organisationen und da sei der Name "Haus der Helfer" mehr als passend, meinte sie.

Schon lange kooperieren DRK, DLRG und die Freiwillige Feuerwehr in Goch intensiv zum Wohl der Bürger. "Jeder von uns kann jederzeit in die Situation kommen, Hilfe vom DRK, der Feuerwehr oder dem DLRG zu brauchen", unterstrich Stefan Albrecht, Vizepräsident des DLRG-Landesverbandes Nordrhein. Mit der Investition der Stadt in den Neubau gab es nun — trotz Wirtschaftskrise — ein "Dankeschön der Bevölkerung" zurück, so Bürgermeister Otto.

(RP)
Mehr von RP ONLINE