Circus Max Renz gastiert vom 14. bis zum 17. März 2019 in Goch

Circus Max Renz in Goch: Einjährige zeigt im Circus „Hand-Stand“

Auf dem Gocher Friedensplatz eröffnet der Circus Max Renz die Saison. Vom 14. bis 17. März bietet das Familienunternehmen tägliche Vorstellungen.

Es ist neun Uhr morgens, und Yvonne Renz ist schon perfekt geschminkt. Die Reste des Frühstücks für die Großfamilie hat sie weggepackt, nur die kleine Milane hat noch mit Essen zu tun. Oder besser: Schon wieder, denn der jüngste Circus-Spross hat einen gesegneten Appetit. Die gerade Einjährige ist bester Dinge und freut sich, wenn ein Gast im „Mannschaftswagen“ vorbeischaut. Während der Nachwuchs-Artistin Wurst und Banane schmecken, erzählt Yvonne Renz, was seit dem vergangenen Jahr passiert ist.

Die junge Mutter hat jetzt zwei Kinder, die ältere Tochter ist fünf. Und ist natürlich schon regelmäßig in der Manege im Einsatz, zeigt sich sowohl mit Bodenakrobatik, als auch als Clown. Die Kleine will da natürlich nicht zurückstehen. „Dabei kann sie noch gar nicht stehen, nur in meiner Hand“, erklärt Papa Lothar grinsend. Genügend „Futter“ geben Milane offenbar Kraft und Mut, sich zum Ende des Programms über sich selbst zu erheben. Das kleine Mädchen drückt die Knie durch und stemmt sich in die kräftige Hand des Vaters. Der passt gut auf, dass seine Tochter nicht früher als nötig die Bodenplane küsst. Ein Sekunden-kurzer Auftritt, für den ordentlich Applaus zu erwarten ist.

„Abgesehen von unserem jüngsten Spross haben wir auch Neuigkeiten im Programm. Zum Beispiel die ,Strapaten’-Nummer, mit der der 17-jährige Maximilian auftritt“, erzählt die junge Frau, die unter anderem fürs Marketing zuständig ist. An zwei elastischen Bändern fliegt der junge Mann bis hoch in die acht Meter hohe Zirkuskuppel. Auch Yvonne selbst übt schon wieder für den Ernstfall, ist aber noch nicht ganz so weit mit den Vorbereitungen, denn der Sturm der vergangenen Tage hat das Cirkus-Team manche Stunde gekostet. „Wir hatten gut zu tun, die Zelte und Zäune zu sichern“, berichtet die junge Frau.

Ihr Mann Lothar ist der Fakir im Team, schluckt und speit Feuer, ist aber auch für die Requisiten, für Musik und Licht zuständig. Die aktiven Rollen in der Manege gehen immer mehr auf den Nachwuchs über. „In unserem Familienunternehmen gibt es elf Kinder im Alter von einem bis zu 17 Jahren. Die übernehmen inzwischen die meisten Nummern“, erzählt Yvonne. Die schwierigen Tierdressuren allerdings benötigen die Erfahrung der Erwachsenen. „Wir haben ein Welsh-Pony, das in einer Freiheitsdressur Achten und rückwärts läuft und steigt“, sagt Lothar Renz. Und auch zwei Araber seien erst in der vergangenen Saison hinzu gekommen.

Ehrfurcht gebietend sind die exotischen Rinder, die Schwager Markus in die Manege begleitet. Die mächtigen Hörner der Watussis, Zebus und Yaks dürften manchen Zuschauer dazu bringen, sich in seinem Stuhl ein wenig zurück zu lehnen. Aber natürlich gehorchen die Tiere ihrem Dompteur, der ein echter Fan dieser Giganten ist, wie die Jung-Chefin sagt. Eine Gruppe fröhlicher Hunde wirkt da deutlich harmloser, und die Ziegen samt junger Zicklein sind sowieso allerliebst.

Wer die Menschen und Tiere der Weseler Circusfamilie kennenlernen möchte, hat dazu bis Sonntag Gelegenheit. Von Donnerstag bis Samstag sind Vorstellungen jeweils um 16 Uhr, letzter Auftritt in Goch ist am Sonntag ab 14 Uhr. „Nach Goch kommt der Circus Renz schon seit 30 Jahren, und seit einigen Jahren eröffnen wir hier immer die neue Saison“, sagt Lothar Renz, der sich auf viele Gäste freut. nik