Circus Casselli ab Donnerstag auf dem Friedensplatz in Goch

Goch : Von Luftakrobaten und Laufenten

Der familienfreundliche Circus Casselli aus Bremen gastiert mit 25 Menschen und 30 Tieren an zwei Wochenenden auf dem Gocher Friedensplatz. Die Besucher erwartet eine bunte Show aus Akrobatik und Clownerie.

 Jongleure, Clowns und Akrobaten – die bunte Welt des Zirkus macht Halt in Goch. Der Familienzirkus Casselli aus Bremen gastiert an zwei Wochenenden vom heutigen Donnerstag, den 22. August, bis zum 1. September auf dem Friedensplatz an der Thielenstraße. In dem 26 Meter breiten und 12 Meter hohen Zelt werden die Akteure von donnerstags bis sonntags täglich mit eine zweistündigen Show die Besucher unterhalten. „Wir sind ein Familienbetrieb in der siebten Generation“, sagt Adolf Spindler, dessen Schwiegersohn Giovanni Alois Caselowski den Zirkus leitet.

Vier Familien, insgesamt 25 Menschen und über 30 Tiere machen die Truppe aus, die in diesem Jahr zum ersten Mal in der Weberstadt auftritt. Dabei werden nicht nur die Erwachsenen in der Manege sein, auch die jüngeren Familienmitglieder werden ihr Können zeigen. Der 13jährige Santino zum Beispiel macht einen Handstand auf einem Turm aus neun Stühlen. „Mein Enkel“, sagt Spindler stolz. Ein weiterer Enkel, erst fünf Jahre alt, zeigt eine fröhliche Laufenten-Dressur. Außerdem werden die Besucher Luftakrobatik an einem überdimensionalen Regenschirm bestaunen, auf dem Drahtseil und an den sogenannten Strapaten. Das sind Bänder, die direkt unterhalb der Decke befestigt sind. Der Akrobat hängt seine Arme oder Beine in Laschen, die am unteren Ende befestigt sind, und vollführt Drehungen und andere kunstvolle Bewegungen in luftiger Höhe. Zwischen den nervenaufreibenden Nummern darf auch gelacht werden, denn zwei Clowns sind ebenfalls in der Show. Weiter wird jongliert mit Bällen, Feuer-Keulen oder Ringen, und ein Feuerschlucker zeigt seine Kunst.

Ein großes Areal des Friedensplatzes ist derzeit reserviert für die tierischen Akteure der Casselli-Familie. Sultan und Gigoldan heißen die beiden Wüstenkamele, die zwischen den Vorstellungen die niederrheinische Sonne genießen. Sie haben eine besondere Rolle bei der „Oriental-Show“. Weiter gehören holländische Friesenpferde, Ponys, Lamas und Waliser Ziegen zur Herde. Sie ruhen sich aus in einem weitläufigen Gehege und warten auf ihren Auftritt. Auch drei Border-Collies haben eine Nummer im Programm. „Wir machen immer eine 15minütige Pause während der Vorführung, dann können die Zuschauer die Tiere besichtigen, das ist besonders schön für Kinder“, sagt Adolf Spindler. Eine Meerschweinchen-Familie ist auch mit von der Partie und darf gestreichelt werden. Spindler betont, wie wichtig der familiäre Zusammenhalt in der Truppe ist. Jeder habe seine Aufgabe, aber keiner sei spezialisiert auf die „eine“ Nummer. Es springe auch jeder für den anderen ein, und oberstes Gebot sei der Spaß an der Sache. „Üben unter Zwang bringt nichts“, sagt er. „Ich bin im Zirkuswagen geboren und habe mein ganzes bisheriges Leben im Zirkus verbracht“, so der 60jährige. An der Hand des Vaters habe er auf dem Drahtseil geübt, das Voltigieren gelernt und am Trapez gearbeitet. Heute hilft er beim Organisieren und kümmert sich um viele Arbeiten „hinter der Bühne“. „Zirkus – das ist auch eine Arbeit wie jede andere auch“, sagt er.