Bundeswehr-Neubau in Uedem kostet 38 Millionen Euro

Millionen-Invest der Bundeswehr in Uedem : 60 Tonnen Betonstahl für Bürogebäude

38 Millionen Euro werden am Uedemer Paulsberg verbaut. Der Landesbaubetrieb will der Bundeswehr das Bürogebäude Anfang 2021 zur Verfügung stellen. Zugleich wird in Kalkar investiert – insgesamt 200 Millionen Euro.

Eines der größten Bauprojekte des Landes entsteht in Uedem (und Kalkar). Für die Öffentlichkeit kaum sichtbar wächst hinter den zum Teil künstlichen Hügeln auf dem Gelände des Zentrums Luftoperationen der Bundeswehr ein Gebäude heran, das durch seine schiere Größe beeindruckt und noch mehr, wenn man sich die Baukosten vorstellt: Der dreigeschossige Klinkerbau mit 9000 Quadratmeter Grundfläche in Z-Form wird rund 38 Millionen Euro kosten. Ein paar Kilometer weiter in Kalkar wird ebenfalls baulich aufgerüstet; wie mehrfach berichtet wird der Doppelstandort in einigen Jahren rund 200 Millionen Euro verschlungen haben.

Aktuell ging es jetzt um das Projekt „Stabsgebäude“: Gegenüber dem 15 Jahre alten CAOC-Gebäude, in dem der multinationale Nato-Gefechtsstand untergebracht ist, werden künftig Nationale Führung, das Weltraumlagezentrum und der Geo-Informationsdienst untergebracht sein. Die eine „Abteilung“ muss bisher mit Containern auf dem Gelände vorlieb nehmen, die andere ist auswärts in Münster untergebracht. Wenn Anfang des Jahres 2021 der Neubau an die Bundeswehr übergeben ist, werden 200 weitere Soldaten und zivile Kräfte in Uedem und Kalkar Dienst tun.

Einer, der sich am Investment in seiner Heimatkommune freut, ist Uedems Bürgermeister Rainer Weber. Denn bei öffentlichen Bauprojekten wie dem derzeitigen gehen rund 40 Prozent der Aufträge an die regionale Wirtschaft, es bleibt also auch viel Geld im Kreis. Wobei der Großteil der Summen, um die es hier geht, für hochkomplizierte Nachrichtentechnik und Datenverarbeitung nötig ist, die vermutlich nicht unbedingt vom Niederrhein stammt. Aber auch die Hardware, die im Aushub von 20.000 Kubikmeter Boden entstand, hat ihren Wert – 60 Tonnen Betonstahl wurden verlegt und werden jetzt noch mit einem begrünten Flachdach gekrönt.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW baut für das Land und den Bund Krankenhäuser, Kitas, Gefängnisse, Start- und Landebahnen – und eben auch Gebäude für die Bundeswehr, wie Armin Lövenich, Leiter der BLB-Niederlassung Duisburg, ausführte. „Mit dem Neubau werden sich die Arbeitsbedingungen der Soldaten deutlich verbessern.“

Generalmajor Walter Huhn als stellvertretender Kommandeur und Chef des Stabes, erinnerte daran, dass der Neubau schon 2013 beschlossen worden war, die Planungszeit lang, die tatsächliche Bauzeit bisher aber sehr kurz gewesen sei – vor ziemlich genau einem Jahr war der erste Spatenstich. „Im Jahr 2016 ergab sich eine Erhöhung der Kosten von 17 Millionen Euro“ –- da kann ein Projekt schon mal ins Stocken geraten. Huhn versichert, das dennoch nicht mehr Geld als nötig verplant worden sei; besondere Wünsche des Weltraumlagezentrums (etwa nach einer „Brücke“ wie im Raumschff Enterprise) seien aus Kostengründen nicht erfüllt worden. „Hier zählt Pragmatismus statt Futurismus“. So oder so sei aber der „operationelle Auftrag“ angemessen wahrzunehmen.

Um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten (da geht es nicht nur um die Arbeitssicherheit, sondern auch um Sabotageschutz) wurden zusätzlich zu patrouillierenden Soldaten zivile Sicherheitsleute engagiert. Das funktioniere sehr gut.

Unterm Strich werden die militärischen Bauprojekte in Uedem und Kalkar als wichtiges Zukunftsprojekt für das Zentrum Luftoperationen, die Luftwaffe und die Bundeswehr betrachtet. Der Doppelstandort wächst weiter; „wir werden hier in den kommenden zehn Jahren noch genügend Arbeit haben“, stellte Jens Toschläger von der Bauverwaltung der Oberfinanzdirektion fest. Schließlich hatte auch der Vizekommandant erklärt, dass „die Zukunft weitere Baumaßnahmen hervorbringen“ werde. Denn „auch das Zentrum Luftoperationen hat strukturellen Wandel, Reorganisation und Anpassungen durchlaufen.“

Dank galt auch den Handwerkern und Arbeitern, die umsetzen, was beschlossen und geplant wurde. Nach dem Richtspruch durch Polier Marko Paschen schmeckte allen eine kräftige Erbsensuppe – wahlweise war auch Käsekuchen im Angebot. Als Getränke gab es Cola oder Wasser, schließlich soll der Bau weiter unfallfrei vonstatten gehen.

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