Uedem/Kalkar Bundeswehr investiert 60 Millionen Euro

Uedem/Kalkar · Die Standorte Uedem und Kalkar werden aufgewertet und sollen umfassend modernisiert werden. Die Zahl der Mitarbeiter wird von 1100 auf 1 400 steigen. Dies waren Themen beim traditionellen Fischessen in der Kaserne.

 Interessierte Zuhörer aus vielen Kommunen: Die zahlreichen Bürgermeister der Region werden gerne gehört haben, dass auch die heimische Wirtschaft von den Investitionen profitieren soll.

Interessierte Zuhörer aus vielen Kommunen: Die zahlreichen Bürgermeister der Region werden gerne gehört haben, dass auch die heimische Wirtschaft von den Investitionen profitieren soll.

Foto: Klaus-Dieter Stade

Als der Werbering Calcar Aktiv vor kurzer Zeit bei einem Treffen im Wunderland nach Begriffen suchte, die eng mit Kalkar verbunden sind, fiel auch das Stichwort: Kaserne. Und welche Bedeutung der Standort inzwischen tatsächlich für Kalkar und Uedem hat, wurde gestern beim Fischessen in der von Seydlitz Kaserne deutlich.

Generalleutnant Joachim Wundrak berichtete, dass der Standort Uedem / Kalkar weiter an Bedeutung gewinnen wird. Das Zentrum Luftoperationen werde weitere Aufgaben übernehmen, der Standort ausgebaut. Dazu werden bis 2015 immerhin 60 Millionen Euro investiert. "Wir haben hier viel Altbestand, der nicht mehr saniert werden kann, da hilft oft nur der Abriss", sagt der Kommandeur des Zentrums Luftoperationen. Kalkar und Uedem sollen komplett modernisiert werden. Kalkar wird auch ein neues Ausbildungszentrum mit neuester Technik bekommen. All das ist mit Investitionen verbunden, von denen auch die Wirtschaft in der Umgebung profitieren soll. "Viel Geld wird in der weiteren Region bleiben", sagte Wundrak. Mit dem Ausbau geht auch eine deutliche Steigerung der Belegschaft einher. Momentan arbeiten 1100 Soldaten und zivile Mitarbeiter in Uedem und Kalkar, ihre Zahl soll auf 1400 erhöht werden. Der Kommandeur machte daher auch deutlich, wie wichtig "weiche Faktoren" seien, um den Standort für Soldaten und ihre Familien interessant zu machen. "Ich denke an Dinge wie Kindergartenplätze und Schulen, bezahlbaren Wohnraum für Familien und Pendler." Bereits jetzt ist es so, dass es auf dem Wohnungsmarkt teilweise zu Engpässen komme, so Oberstleutnant Alexander Feja. Je weiter es Richtung Kleve gehe, desto mehr stünden die Soldaten in Konkurrenz zu den Studenten. Oft sei es schon so, dass Mitarbeiter in Ferienwohnungen untergebracht sind. Viele wohnen verstreut in der ganzen Region. Auch das ein Zeichen dafür, dass die Umgebung von den Standorten profitiere. Kein Wunder also, dass zum Fischessen neben dem Landrat auch zahlreiche Bürgermeister aus den umliegenden Kommunen gekommen waren.

Mit der steigenden Bedeutung des Standorts Uedem / Kalkar geht für die Bevölkerung die Frage einher, ob dadurch auch die Terrorgefahr wachse. "Es gibt keine Anzeichen für eine gestiegene Bedrohung hier", sagt Wundrak. Die Soldaten seien auch weiterhin präsent im Stadtbild und würden dort offen ihre Uniform tragen. Das ist längst nicht mehr bei allen Nationen üblich.

Die Dänen und Belgier, die in Kalkar und Uedem arbeiten, hätten die Anweisung, sich in der Öffentlichkeit nicht in Unform, zu zeigen, berichtete der Kommandeur.

(RP)