Buch über niederrheinische Töpferkunst in Kervenheim

Brauchtum in Kevelaer : Neues Werk dokumentiert die Kervenheimer Töpferkunst

Fast 40 Jahre, nachdem die erste größere Fundstelle Kervenheimer Irdenware entdeckt worden war, konnten die Ergebnisse von den vier Autoren Johannes Janssen, Klaus Oerschkes, Friedhelm Schmitz und Ernst Helmut Segschneider in dem Buch „Das Kervenheimer Potthaus, die Töpferfamilien und ihre Erzeugnisse“ zusammengefasst werden.

Den Gewölbekeller im evangelischen Gemeindehaus fand Ortsvorsteher Martin Brandts als kühlen, aber würdigen Raum für die Buchpräsentation über die niederrheinische Töpferkunst im späten 17. und 18. Jahrhundert. Eine im Historischen Verein für Geldern und Umgegend angesiedelte Arbeitsgruppe Kervenheimer Keramikfreunde, die sich AG KeKe nennt, stellte sich einer Mammutaufgabe.

„Sie haben nicht nur die Erzeugnisse zusammengetragen und dokumentiert, sondern auch die Gewerke den Familien und Pottbäckern zugeordnet, gesondert betrachtet und zusammengeführt“, erläuterte Brandts.

Er dankte für die zahllosen Stunden mit Herzblut für die lebendig gewordene und lebendig gebliebene Geschichte von Kervenheim mit dem ortsbildprägenden Symbol des Potthauses. Der Förderverein Potthaus unter dem Vorsitz von Ernst Umbach hatte die „Ruine“ Potthaus im Jahr 1999 wiederaufgebaut. Dieser Förderverein unterstützte das Buchprojekt finanziell. Für die Produktbeschreibungen konnte die Arbeitsgruppe den Volkskundler und Kunsthistoriker Dr. Ernst Helmut Segschneider gewinnen. Klaus Oerschkes, Sprecher des im Historischen Verein angesiedelten Archäologischen Arbeitskreises (AAK), stellte das Werk sachlich und informativ vor: „Unser Buch hat 169 Seiten und 249 Abbildungen.“ Er machte das Ziel deutlich: Die Zusammenstellung der Familienhistorien, die Dokumentation möglichst aller geborgenen Produkte, die Vorstellung der wesentlichen Dekore und Muster sowie das Aufzeigen von erkennbaren Produktionsbeeinträchtigungen.

1992 gab es dank des mittlerweile verstorbenen Gelderner Stadtarchivars Dr. Stefan Frankewitz bereits eine Ausstellung mit Katalog. Durch Erdarbeiten waren in Kervenheim viele weitere Keramikfunde zum Vorschein gekommen. Oerschkes dankte den Scherbensammlern, die an 20 Fundstellen Teile geborgen haben. Unter den Gästen war auch Wilhelm Hoselmann, der jüngst für die Erstellung der Figur am Gelderner Marktplatz „Dä Geldersche Wend“ ausgezeichnet wurde. Seine Tochter Sabine war 2000 die erste Töpfermeisterin, die die Pottbäckertradition im Potthaus fortsetzte.

Das Buch ist bei der Bücherstube Aengenheyster in Kevelaer, bei Bücher Keuck in Geldern sowie in der Geschäftsstelle des Historischen Vereins in Geldern, Hartstraße 6, für 17 Euro Kosten erhältlich. Es kann natürlich auch bei den Autoren Johannes Janssen (johjan@freenet.de) und Klaus Oerschkes (klaus.oerschkes@t-online.de) bestellt werden.

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