Bombenfund in Goch: Erfolgreiche Entschärfung gegen 20.25 Uhr

Innenstadt war zum Teil evakuiert : Fliegerbombe in Goch ohne Probleme entschärft

Auf einem Grundstück in der Gocher Innenstadt war durch Zufall eine amerikanische Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem II. Weltkrieg gefunden worden. Weite Teile der Stadt mussten evakuiert werden. Gegen 20.25 Uhr war die Bombe erfolgreich entschärft.

Die Bombe war auf einem Grundstück an der Feldstraße, auf dem gerade Umbauarbeiten im Gange sind, gefunden worden. Laut Kampfmittelräumdienst ragte die Spitze der Weltkriegsbombe aus einem Schotterhaufen hervor.

Nach der Entschärfung gegen 20.25 heulten nach Angaben der Freiwilligen Feuerwehr Goch die Sirenen für eine Minute, als Zeichen für die die Entwarnung. Auch die Warn-App Nina gab Entwarnung.

Mulmiges Gefühl bei Anwohnern

Unangenehme Stunden waren es, bis die Entwarnung kam. Goch hat schon manche Bombenentschärfung erlebt, und immer ist es bisher gut gegangen, aber ein mulmiges Gefühl stellte sich trotzdem bei denjenigen ein, die in der Nachbarschaft wohnen. Zum Beispiel bei der jungen Mutter, die mit Mann, Kind und Hund ihre kürzlich erst bezogene Wohnung verlässt, kurz nachdem die Feuerwehr zum ersten Mal gewarnt und die Evakuierung erklärt hat. „Meine Mutter, die auch hier wohnt, hat damit fast gerechnet, denn so ein metallenes Dings guckte da schon seit Wochen aus der Erde“, erzählt die Frau. Tatsächlich war es der klassische Zufallsfund, der sich als Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg herausstellte. Das Teil, das ganz in der Ecke des Baugrundstücks an der Feldstraße aus dem Erdboden ragte, wollte sich einer der Bauarbeiter dann doch mal näher ansehen. Und stellte fest, dass da wohl besser der Kampfmittelräumdienst ran sollte.

„Ich hab‘ gerade gekocht und wollte mit der Familie essen, als die Durchsage kam“, stellte eine Anwohnerin fest, eine andere wusste noch gar nicht, was los ist. Ein alter Herr hatte auch nichts mitbekommen und wollte gar nicht glauben, dass er aus dem Haus muss.

Der Gefahrenbereich war am Nachmittag in zwei Zonen eingeteilt worden. Die Zone 1 hatte einen Radius von 250 Metern um den Fundort. Sie lag zwischen dem Bahnhof im Norden und der Niersbrücke an der Brückenstraße im Süden sowie der Ecke Wiesenstraße/Parkstraße im Westen und der Kalkarer Straße im Osten.

Die Zone 1 musste bis spätestens 19 Uhr vollständig geräumt sein. Betroffen waren auch der Bahnhof und die Bahnstrecke. Beides war ab 19 Uhr ebenfalls gesperrt worden. Sogar die Polizeiwache Goch musste geräumt werden und war temporär dann nicht besetzt.

Die Zone 2 hatte einen Radius von 500 Metern um den Fundort. Betroffen war die Gocher Innenstadt im Norden bis zur Nordstraße, im Süden bis zum Marktplatz, im Westen bis zur Hervorster Straße und im Osten bis zur Theodorstraße. Die Bevölkerung innerhalb der Zone 2 war aufgerufen, ab 19 Uhr die Häuser nicht mehr zu verlassen, sich wenn möglich im Keller oder zumindest in einem dem Fundort abgewandten Raum aufzuhalten.

Der Aufenthalt im Freien war weder in Zone 1 noch in Zone 2 gestattet. Etwa 2500 Einwohner waren durch die Entschärfung direkt betroffen.

Um 20.30 Uhr war der Spuk vorbei, die Entschärfung erfolgreich erledigt. Und alle dürfen wieder in ihre Häuser und Wohnungen.

(RP/nik/felt)
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