Goch-Weeze: "Bierseligkeit" auf Ex-Militärflughafen

Goch-Weeze: "Bierseligkeit" auf Ex-Militärflughafen

Auf Laarbruch spielte der Gerstensaft durchaus eine Rolle. Eine Ausstellung gibt Einblick in die Freizeit der Soldaten.

"Briten, Bier und Barbecue" bietet Besonderes. Die Ausstellung, zu deren Eröffnung am Sonntag das Royal-Air-Force-Museum Weeze eingeladen hatte, zeigt nämlich allerlei Interessantes rund ums Bier, wie es im näheren Umfeld sonst nicht zu finden ist. Zustande gekommen ist die Ausstellung im Rahmen der Reihe "AL'T Bier/niederrheinisch-limburgische ALTernativen" vom Kulturraum Niederrhein in Kempen. An zwanzig Orten zwischen Kleve und Grevenbroich und auch in zahlreichen Städten im niederländischen und im belgischen Limburg wird es in nächster Zeit ähnliche Ausstellungen geben, immer mit örtlichem Bezug.

"Wir wollten alternative Geschichten rund ums Bier auf dem militärischen Flughafen und im zivilen Umfeld von Laarbruch zeigen", erläuterte Helmut Hartmann, der Vorsitzende des Museumsvereins, in seiner Eröffnung. Und bedankte sich für die Unterstützung von Beate Schindler vom Kulturraum Niederrhein und vor allem für die engagierte Arbeit der Vereinsmitglieder, allen voran der von Cilly Hawkins. Die hatte nämlich insbesondere das Thema "Dining-in" aufbereitet. In einer Glasvitrine sind zwei Gedecke für dieses hochfestliche Offiziersessen zu sehen — wunderschöne fein ziselierte Silberplatzteller und strahlend poliertes Besteck sowie schicke Gläser. Eskortiert wird die Vitrine von zwei Schaufensterpuppen, einer Dame in Lang und einem Herrn im "Mess Dress", der Galauniform. Die übrigen Exponate erzählen von meist eher feucht-fröhlichen Bier-Geschichten vor Ort. Da spielen die "Happy hour" und der Leitspruch "Work hard, play hard" eine wichtige Rolle, wenn es beispielsweise ums "op pot"-Trinken (auf Ex) am Ende der Ausbildung vor Ort, um eine Wette über die (gewünschte) Zerstörung eines Klaviers oder um die Parademärsche auf dem Dreimeterbrett des Schwimmbads geht. Und um die schwierige Verständnisfrage "Was ist morgen?" im Umgang mit dem Schild "Morgen Freibier", die so manchen neu Stationierten tagelang umgetrieben haben soll. Angesprochen werden aber auch die quälenden Treffen am Abend nach der Nachricht vom Tod eines Kameraden. Untergebracht ist die kleine Ausstellung in einer nostalgisch eingerichteten Bar, in der alles zu sehen ist, was zu einer zünftigen Kneipe gehörte: Holztheke und -hocker, alte Bierdeckel, Blechschilder mit Altbierwerbung, Bierkrüge, Dartscheibe und natürlich ein Grill. Die Ausstellung ist bis zum 1. September während der regulären Öffnungszeiten zu sehen.

(RP)
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