Goch/Kleve: Bewährungsstrafen für Gocher "Berufsbetrügerin"

Goch/Kleve: Bewährungsstrafen für Gocher "Berufsbetrügerin"

Gestern Prozess vor dem Amtgericht Kleve gegen 61-jährige Frau und ihre 32-jährige Schwiegertochter.

Wegen teils gewerbsmäßigen Betrugs in Tateinheit mit Fälschung beweiserheblicher Daten sind gestern zwei Frauen aus Goch (61, 32) am Klever Amtsgericht zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Richter Albert Kassenbeck stellte fest, dass die 61-Jährige und ihre Schwiegertochter Autoversicherungen auf den Namen ihrer 77-jährigen Nachbarin abgeschlossen und Waren unter deren Namen bestellt haben.

Freigesprochen wurden der Mann und der Sohn der 61-Jährigen. Den beiden männlichen Angeklagten sei eine Tatbeteiligung nicht nachzuweisen, so der Richter - auch wenn nicht auszuschließen sei, dass die beiden ebenfalls einen Nutzen von den bestellten Waren hatten. Am ersten Verhandlungstag vor einer Woche hatten Vater und Sohn erklärt, nicht dabei gewesen zu sein, als die Bestellungen und Versicherungen über das Internet abgeschlossen wurden - ihre mitangeklagten Ehefrauen hatten dies bestätigt.

Als Lügen bezeichnete der Richter hingegen die Behauptungen der beiden weiblichen Angeklagten, die Bestellungen und Versicherungen in Absprache mit der Nachbarin auf deren Namen abgeschlossen zu haben. "Die Geschichte, die sie hier erzählt haben, ist einigermaßen abenteuerlich", so Kassenbeck. Die 77-jährige Geschädigte habe die Behauptungen mit ihrer Aussage "überzeugend" widerlegen können. Auch die nicht verfolgbaren Mailadressen, unbekannten Telefonnummern und falschen Kontodaten, die bei den Internetvorgängen angegeben worden sind, sprächen für einen geplanten Betrug, sagte der Richter in der Urteilsbegründung.

  • Gemeinsames Lernen : Inklusion: Ja, aber nur ein bisschen

Die jüngere Angeklagte wurde in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt, ihre Schwiegermutter in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten. Dass die Strafe - und mit vier Jahren auch die Bewährungszeit - bei der 61-Jährigen höher ausgefallen sind, hängt mit dem langen Vorstrafenregister der Gocherin zusammen: Neunmal ist sie in der Vergangenheit bereits wegen Betruges verurteilt worden. "Sie haben eine Karriere als Berufsbetrügerin hinter sich, das wirkt sich auf das Urteil aus", so der Richter.

Da die 61-Jährige aber während ihrer zurückliegenden Bewährungszeiten nie straffällig geworden ist, sei eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung auch diesmal wieder möglich. "Durch Bewährung sind sie offensichtlich zu beeindrucken. Und ich habe die Hoffnung, dass das diesmal genauso sein wird", so Kassenbeck.

(RP)
Mehr von RP ONLINE