Goch: Betrüger prellen Seniorin mit Gewinnspiel um 20.000 Euro

Goch : Betrüger prellen Seniorin mit Gewinnspiel um 20.000 Euro

Immer wieder warnt die Polizei vor betrügerischen Anrufen, immer wieder fallen Bürger darauf herein. Jetzt meldete die Polizei einen besonders spektakulären Fall, bei dem eine 76-Jährige aus Kevelaer um 20.000 Euro geprellt wurde.

Zwischen dem 6. April und 29. Mai hatte die Frau mehrere Anrufe bekommen. "Sie haben gewonnen", hieß es am Telefon. Der Seniorin wurde anschließend die Rufnummer einer angeblichen Anwaltskanzlei in Berlin mitgeteilt. Dort solle sie anrufen und bekomme weitere Informationen. In dem Telefonat mit der Anwaltskanzlei erhielt die Rentnerin allerdings eine erste Zahlungsaufforderung und eine weitere Berliner Rufnummer, bei der es sich um ein Geldinstitut handeln sollte. In Telefonaten mit einer angeblichen Angestellten des Geldinstitutes erhielt die 76-Jährige weitere Zahlungsaufforderungen. Das Geld würde für die Abwicklung des Gewinns benötigt, der Gewinn betrage insgesamt knapp 150.000 Euro, hieß es. Die Seniorin zahlte erneut. Insgesamt hatte sie am Ende 20.000 Euro überwiesen. Vielleicht wäre der Schaden sogar noch größer gewesen, wäre nicht ein Mitarbeiter der Hausbank misstrauisch geworden. Ihm kamen die ständigen Überweisungen so hoher Geldsummen verdächtig vor.

Er riet der Rentnerin, sich an die Polizei zu wenden. Die hat den Fall jetzt übernommen und ermittelt. An die Hintermänner heranzukommen, werde aber schwer. Die Polizei rät daher noch einmal ausdrücklich: "Seien Sie vorsichtig bei Gewinnversprechen - insbesondere, wenn die Übergabe an Bedingungen geknüpft ist, zum Beispiel an das Zahlen einer Geldsumme, an den Besuch einer Veranstaltung oder an den Anruf einer kostenpflichtigen Hotline." Man solle ohnehin nur Gewinne annehmen, wenn jemand bewusst an einem Gewinnspiel - und zwar bei einem seriösen Unternehmen - teilgenommen habe. "Ein seriöses Unternehmen wird die Gewinnausschüttung niemals an eine Bedingung knüpfen, zum Beispiel das Zahlen einer Gebühr oder das Erwerben eines Gutscheins", so die Polizei.

(zel)
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