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Betreiber der „sHansibar“ in Goch sucht neuen Pächter

Gastonomie : Streit um Kneipen-Schließung geht in neue Runde

Betreiber Ralf Jansen sucht für seine „sHansibar“ in der Frauenstraße einen neuen Pächter. Die Stadtverwaltung verklagt er nun auf Einnahmenausfall.

Zwar hat die Stadt Goch die Schankerlaubnis entzogen. Für Ralf Jansen ist das allerdings kein Grund, sich nicht auf die Suche nach einem neuen Pächter für die Kneipe „sHansibar“ zu begeben. „Es muss hier jetzt weiter gehen“, sagt Jansen.

Zum Hintergrund: Im September des vergangenen Jahres war das Lokal geschlossen worden. Die Stadtverwaltung wirft Jansen vor, die Wirtschaft nicht als Kneipe, sondern als Tanzlokal zu führen. Für ein solches hat Jansen allerdings keine Konzession. Diese werden in der Innenstadt nicht vergeben. Ralf Jansen und sein Betriebsleiter Hans Peter Domke reagierten empört, wandten sich an die Öffentlichkeit und gingen rechtliche Schritte gegen die Schließungsverfügung. Der Vorwurf lautet: Die Stadtverwaltung würde ausschließlich aufgrund von persönlichen Ressentiments gegen die Gocher Kneipiers vorgehen.

Ende des vergangenen Jahres beantragte Ralf Jansen dann, so erklärt er auf Anfrage unserer Redaktion, eine neue Schankerlaubnis – erneut ohne Tanzen. Schließlich habe man einen umfangreichen Rückbau in der Gaststätte vorgenommen. „Wir wollen nicht den Anschein erwecken, dass es sich hier um ein Tanzlokal handeln könnte“, sagt Jansen. Doch die Stadtverwaltung lehnte diesen Antrag ab. Man glaube Jansen nämlich nicht, eine reine Schankkneipe betreiben zu wollen, berichtet Jansens Anwalt Andreas Frerichs über das Schreiben der Verwaltung. „Beim Anfangsstreit ging es nur um die Frage, ob in der sHansibar getanzt wird. Mittlerweile geht es aber vor allem um die Frage, für wie zuverlässig die Stadt Goch meinen Mandanten Ralf Jansen als Gastronom hält“, sagt Frerichs. Dem Klever Rechtsanwalt nach würden persönliche Vorwürfe konstruiert, die „dem Fass den Boden“ ausschlügen. Jansen habe daraus seine Konsequenzen gezogen und verklage die Stadt nun auf Einnahmenausfall. Im Zuge dessen muss Jansen nachweisen, dass er sich bemüht habe, den Schaden möglichst klein zu halten. Daher entschied er sich, einen anderen Pächter zu suchen – bislang jedoch ohne Erfolg, die sHansibar ist weiterhin geschlossen.

Doch es geht noch weiter: Ralf Jansen und Kollegen haben auch Anzeige gegen Mitarbeiter der Verwaltung gestellt. So sollen Anwohner dargelegt haben, von der Stadt Goch unter Druck gesetzt worden zu sein, gegen die Betreiber der sHansibar auszusagen. Mitarbeiter des Ordnungsamts hätten Anwohner persönlich besucht und ihnen ein Angebot unterbreitet: „Sie haben gefragt, ob die Anwohner sich nicht über die sHansibar beschweren wollten. Schließlich könne man dann im Gegenzug offene Knöllchen vergessen machen“, sagt Frerichs. Den Vorwürfen gehe die Staatsanwaltschaft nun nach. Vor einigen Wochen hatte Stadt-Sprecher Torsten Matenaers jedoch bereits erklärt: „Die Vorwürfe gegen die Stadt sind abstrus.“