Bericht aus dem Norden des Irak für das Kinderhilfswerk UNICEF in Goch

UNICEF : SOS aus den Trümmern von Mossul

Eine Live-Reportage der Journalisten Manfred und Silke Kutsch mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef aus dem Irak ist am Montag, 6. Mai, 19 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus in Goch zu sehen.

(RP) Auf Einladung von Kirchengemeinde Goch und „Eine Welt Gruppe“ wird das Aachener Journalistenpaar Manfred und Silke Kutsch am Montag, 6. Mai, 19 Uhr, im Evangelischen Gemeindehaus am Markt 4 von seiner spannenden Unicef-Reportage „SOS aus den Trümmern“ berichten. Ort des Geschehens ist die nordirakische Metropole Mossul, deren Altstadt nach dreijähriger Herrschaft durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bis Juli 2017 nur noch einer Trümmerlandschaft gleicht.

Beeindruckende Fotos von Silke Fock-Kutsch dokumentieren alltägliche Momentaufnahmen und Begegnungen in einem „Sodom und Gomorra“ unserer Zeit. „Unser Bericht ist so aufgebaut, dass wir unsere Zuhörer mitnehmen auf diese Reise in eine ganz andere, geschundene und vergessene Welt“, sagt Kutsch, langjähriger Chefreporter der Aachener Zeitung, die seit 1995 eine Partnerschaft mit Unicef hat.

Auch anderthalb Jahre nach Befreiung der einst so blühenden Universitätsstadt liegen immer noch süßlicher Geruch nicht geborgener Leichen, zerborstener Möbel und stinkender Müll unter den rund zehn Millionen Tonnen Schutt, die wie eine Decke des Todes über die historischen Stadtviertel wirkt. Dennoch machen sich viele geflüchtete Familien auf den Weg zurück in die zerstörte Heimat – soweit dies im Einzelfall möglich ist.

Mit ihrer aktuellen Reise für das Kinderhilfswerk Unicef wollten die Reporter erfahren, wie es um die Zukunft der heimkehrenden und zurück gebliebenen Opfer bestellt ist, nachdem die Kameras der Weltöffentlichkeit weitergezogen sind – und der IS geschlagen schien. Tatsächlich aber ist die Terrormiliz in Schläferzellen ominpräsent. Die Situation ist verheerend. Es fehlt an allem. Auch nach dem militärischen Sieg über den IS mit bis zu 40.000 Toten kann von Frieden keine Rede sein. Täglich explodieren Sprengfallen, kommt es zu Zwischenfällen und bewaffneten Auseinandersetzungen. Misstrauen prägt das Zusammenleben von Tätern und Opfern.

Unicef unterstützt die überwiegend traumatisierten Kinder in Mossul vor allem mit der Wiedereröffnung von Schulen, mit medizinischen Hilfsmitteln, Zusatznahrung und Anti-Minenschulungen. Ferner zeichnet Unicef für die Versorgung mit Wasser verantwortlich. Wegen der hohen Anschlags- und Entführungsgefahr wurde das Ehepaar Kutsch und seine Unicef-Begleiter in Mossul ständig von schwer bewaffneten Militärs begleitet. Aus Sicherheitsgründen durften die Reporter nirgendwo länger als 30 Minuten verweilen.

Silke und Manfred Kutsch bereisten seit Ende der 90er Jahre bislang 28 Krisengebiete und Brennpunkte unserer Welt, darunter Afghanistan, Irak, Kongo, Südsudan, Brasilien, Haiti und Indonesien. Ihre Reportagen-Serien zu Spendenkampagnen spiegeln das gesamte Spektrum weltweiter Kindernot wider. Flucht, Mangelernährung, Kinderhandel, Missbrauch und Prostitution, Kinderarbeit und Straßenkinder, aber auch Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunamis sind nur einige der Themen, deren Ursachen und Spuren die beiden Reporter vor Ort in der Welt folgten. Insgesamt lösten sie mit ihren bewegenden Berichten bislang ein Spendenvolumen von über neun Millionen Euro für Unicef aus.

Die Eheleute Kutsch während ihres Besuchs in Mossul, immer mit bewaffnetem Begleiter. Foto: Kutsch

Spenden für die Kinder von Mossul sind möglich über das Spendenkonto Iban DE02 3905 0000 0000 331900, der Empfänger ist das Kinderhilfswerk Unicef.

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