Bauausschuss Goch lehnt Festsaal-Pläne ab

Bauvorhaben : Ausschuss lehnt neue Festhalle ab

In der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses der Stadt Goch wurde der Antrag, an der Reuterstraße eine Festhalle zu errichten, mit elf zu acht Stimmen abgelehnt. Der Abstimmung ging ein kontroverser Meinungsaustausch voraus.

Das vor einigen Wochen nicht-öffentlich vorgestellte Konzept, im Gewerbegebiet an der Reuterstraße eine Festhalle zu errichten, hat die Mehrheit im Gocher Bau- und Planungsausschuss nicht überzeugen können. Mit elf zu acht Stimmen wurde der Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes abgelehnt. Diese Änderung wäre notwendig geworden, denn bislang gestattete das Gebiet keine Versammlungsstätten mit sozialen oder kirchlichen Nutzungen.

Drei Investoren aus Goch hatten im Sommer Anträge formuliert, in denen sie das gesamte Grundstück in drei Teile gliedern wollten: eine 1500 Quadratmeter große Veranstaltungshalle mit 200-250 Parkplätzen, einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der seinen derzeitigen Sitz in Geldern hat, und eine Lagerhalle eines Gocher Unternehmens.

Der Abstimmung in der Sitzung des Bauausschusses ging eine Beratung mit kontroversem Meinungsaustausch voraus, der die Bürger, die zu dieser öffentlichen Sitzung im Rathaus sehr zahlreich gekommen waren, aufmerksam zu hörten. CDU-Ratsmitglied Georg Binn erklärte in einem ausführlichen Wortbeitrag, warum die CDU-Fraktion gegen den Antrag stimmt. Er nannte zwei Hauptgründe. Zum einen sei die Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 67 nicht ausreichend sicher, wenn es durch Veranstaltungen mit großen Teilnehmerzahlen zu starkem Autoverkehr komme. Er verwies dabei auch auf seine Erfahrung als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Goch. Als zweites Gegenargument nannte er die zu erwartende Lärmbelästigung der Anwohner im angrenzenden Wohngebiet am Gocher Berg durch die Großveranstaltungen.

Ludwig Kade (ZIG) dagegen formulierte seine Zustimmung zum Vorhaben der drei Gocher Investoren in einem Satz: „Ich stimme zu, denn Stillstand ist Rückstand.“ Dem pflichtete auch der Vertreter der BFG-Fraktion, Carsten Janssen, bei: „Wir sehen im Bau einer großen Festhalle eine gute Sache für Goch. Viele Vereine würden profitieren.“

Hermann-Josef Brendieck (Bündnis 90/ Die Grünen) sah seinen einzigen Vorbehalt im fehlenden Sicherheitskonzept bei der Verkehrsanbindung. Für den Standpunkt der SPD-Fraktion legte Klaus-Dieter Nikutowski dar, dass zwei von ihnen dafür und zwei dagegen seien, und zwar wegen der genannten ungeklärten Verkehrslage und der Lärmbelästigung der Anwohner. Der Vertreter der FDP, Ferdinand Heinemann, erklärte ebenfalls eine unklare Entscheidungslage. Theo Becker (BFG) warb noch einmal dafür, der Ausschuss möge der Idee einer Festhalle eine „Chance“ geben. Bei der darauf erfolgten Abstimmung votierten elf Mitglieder gegen und acht für den Antrag.

Einer der drei Investoren, Thomas Lang aus Goch, hatte im Vorfeld im Gespräch mit der Rheinischen Post seine Enttäuschung über die zu erwartende Ablehnung im Ausschuss geäußert: „Der Stadt Goch entgeht damit eine Chance, ein großes Gewerbegrundstück, das seit Jahrzehnten niemand haben will, zu verkaufen. Und die Bürger bekommen keine Lokation für große Feiern, nach der doch so viele Interessengruppen fragen.“

Einige Anlieger hatten auch in Form einer Unterschriftenliste ihre Bedenken kund getan. „Wir konnten nach Hinweisen aus den Fraktionen in den vergangenen Tagen absehen, dass die Zustimmung ausbleiben würde“, so Thomas Lang. Er kam deshalb auch nicht mehr zu der Sitzung. Er und seine beiden Kompagnons hätten ihr Konzept aber nicht verworfen. „Wir stehen weiterhin hinter unserer Idee und müssen jetzt mal prüfen, ob wir sie irgendwo in der Nachbarschaft umsetzten können“, sagte er.

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