Goch: Bald Fachmärkte auf Terporten-Gelände

Goch : Bald Fachmärkte auf Terporten-Gelände

Nachdem die Stadt Kevelaer den Rechtsstreit mit dem Projektentwickler UBG verloren hat, darf demnächst auf der Ecke Klever Straße / Lindenstraße gebaut werden. Schuhe, Drogerieartikel und günstige Kleidung soll es dort geben.

Im Sommer des vergangenen Jahres musste die Stadt Kevelaer eine Bauvoranfrage genehmigen, die ihr überhaupt nicht zusagte - weil das Verwaltungsgericht Düsseldorf die Stadt dazu verurteilt hatte. Zwei Jahre zuvor hatte der Projektentwickler UBG aus dem schwäbischen Leonberg das sogenannte "Terporten-Gelände" an der Ecke B 9 / Lindenstraße erworben und bei der Stadt Kevelaer die Bebauung mit Fachmärkten beantragt. Das Ansinnen wurde mit Verweis auf den Bebauungsplan, der dies nicht zulasse, abgelehnt - was einen Rechtsstreit zur Folge hatte. Für das Gericht war der Fall schnell geklärt - der Projektentwickler UBG darf bauen. In Kürze soll mit dem Abriss der ehemaligen Auto-Hallen begonnen werden.

Geschäftsführer Rainer Gündert nennt die alte Gewerbefläche, die seit Jahrzehnten am Eingangstor zur Innenstadt für viele Kevelaerer eher einen Schandfleck darstellt, ein "Grundstück in exponierter Lage". Dort soll ein Fachmarktzentrum mit drei großen Ladenlokalen und 85 Stellplätzen entstehen. 700, 450 und 410 Quadratmeter groß sollen die Geschäfte sein, für die es anscheinend sogar schon Mieter gibt: UBG nennt auf seiner Internetseite hierzu den Schuhladen K+K, den Textiler Takko und den Drogeriemarkt DM.

Dass das Verwaltungsgericht den Bebauungsplan für die Fläche für nichtig erklärte, bedeutet auch, dass eben nicht akzeptiert wurde, was Kevelaer mit seinem Einzelhandelsgutachten seit Jahren bezweckt: Handel auszuschließen, dessen Sortiment den Geschäften in der Innenstadt unerwünschte Konkurrenz machen könnte. Schon an verschiedenen Standorten am Rande der Innenstadt wurden in der Vergangenheit Supermärkte und Fachmärkte mit dieser Begründung nicht genehmigt.

Das ehemalige Terporten-Gelände ist knapp 6000 Quadratmeter groß; derzeit werden auf der wenig gepflegten Anlage gebrauchte Wohnwagen und Wohnmobile verkauft. Da viele Pilger und sonstige Besucher sich über die Lindenstraße der Innenstadt nähern, gilt die provisorische Nutzung des Eckgrundstücks schon lange als unbefriedigend.

Doch eine alternative Nutzung, die sich mit den Vorstellungen von Politik und Verwaltung deckte, wurde bislang nicht gefunden. Für Schuhe und Drogerieartikel hatte das Einzelhandelsgutachten festgestellt, besteht durchaus noch Bedarf in Kevelaer. Darauf setzt ja auch die Weezer Firma ConX, die am Antwerpener Platz ebenfalls ein Fachmarktzentrum bauen möchte. Wie mehrfach berichtet, versucht die Stadt auch dort die Umsetzung der Pläne zu verhindern, womit sich derzeit wiederum ein Gericht beschäftigt.

Nach Aussage von UBG soll an der Ecke Klever Straße / Lindenstraße mit Abriss und Bau begonnen werden, sobald die Baugenehmigung vorliegt. "Der Bauantrag liegt zur Prüfung hier vor", erklärt Ludger Holla, Leiter des Fachbereichs Bauen und Planen. Die Bauzeit wird auf neun Monate veranschlagt.

(RP)
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