Ausstellung in Goch zeigt besondere Talente

Rathaus: Ausstellung zeigt besondere Talente

Sechs Frauen mit Behinderung sind für eine Kunstaktion porträtiert worden. Sie ist in den Rathäusern Weeze und Goch zu sehen und wird von den Gleichstellungsbeauftragten organisiert.

Dass gerade Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben über erstaunliche Potenziale verfügen, zeigt eine neue Wanderausstellung des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Niederrhein. In Weeze wird die Ausstellung in zwei Teilen zu sehen sein. Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, 25. August, um 11 Uhr im Weezer Rathaus statt.

Porträtiert wurden Frauen mit einer Behinderung aus sechs Unternehmen. Bei der Eröffnung wird Eva Kersting-Rader, die selbst in der Ausstellung als „Talent“ vorgestellt wird, ihre persönlichen Einblicke geben und die Erfahrungen ihres Berufslebens schildern. Eva Kersting-Rader aus Rees-Haldern sieht die Welt wie durch ein Schlüsselloch. Die Folgen eines Verkehrsunfalls vor 24 Jahren haben ihr Gesichtsfeld stark verkleinert. Seit einiger Zeit verschwimmt zudem der kleine Bereich, den sie erkennen kann. Dieses Handicap hat Eva Kersting-Rader bis zum vergangenen Jahr verschwiegen. Nur der engste Familienkreis wusste Bescheid. Dass die Bestatterin, Kunsttherapeutin und Trauerbegleiterin ihre Blindheit kurz vor Ostern 2017 öffentlich machte, hängt auch mit Ausstellung. „Ihr Weg ist bemerkenswert und ich freue mich sehr, dass wir sie vor Ort begrüßen können und so aus erster Hand die Informationen hören werden“, so Nicola Roth, Gleichstellungsbeauftragte und Initiatorin der Ausstellung in Weeze.

Der zweite Teil der Ausstellung wird in Weeze am Montag, 10. September, um 17.30 Uhr eröffnet. Die Ausstellung zeigt Talente von Frauen mit Behinderung in ihrem beruflichen Alltag. So sind auch erfolgreiche Berufstätige aus der Sportbranche, der Medienwirtschaft und aus der betriebswirtschaftlichen Dienstleistung Teil der Wanderausstellung. Zudem zeigen Unternehmen mit ihren Aussagen, wie die einzelnen Betriebe durch die Talente profitieren. Bei der Ausstellung geht es darum, eine öffentliche Wahrnehmung zu schaffen und auch Unternehmen vor Ort aufzuzeigen, dass es viele verborgene Talente gibt.

Die Gleichstellungsbeauftragten aus Weeze und Goch möchten in ihren Kommunen durch die Präsentation ein Zeichen setzen, Unternehmen ansprechen und Menschen mit einer Behinderung Mut machen. Auch das ist Teil der Aufgaben der kommunalen Gleichstellungsarbeit. Im Gocher Rathaus ist die Ausstellung, ebenfalls zweigeteilt, vom 6. August bis Ende August zu sehen.

„Menschen mit Handicap müssen kein Handicap für die Unternehmen sein. Im Gegenteil ist die Zusammenarbeit meist ein Gewinn für beide Seiten,“ so Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation beim Unternehmerverband in Duisburg, wo die Ausstellung bereits zu sehen war.

Eindrucksvoll ist beispielsweise das Projekt des Unternehmens „discovering hands“. Hier kommt sehbehinderten Frauen eine wichtige Rolle bei der Tastuntersuchung in der Früherkennung von Brustkrebs zu. Inzwischen setzt das Unternehmen weltweit 40 sehbehinderte Frauen in der Krebsvorsorge ein. Eine dieser Frauen ist Filiz Demir, die an ihrem Arbeitsplatz vom Fotografen Axel Breuer aufgenommen wurde. Hier sind ihre besonderen Stärken gefragt, das ausgeprägte Fingerspitzengefühl und eine geschulte Sensomotorik ermöglichen eine besondere Diagnose.

Die Ausstellung kann zu folgenden Zeiten besichtigt werden: montags, dienstags und mittwochs von 8 bis 17 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr.

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