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Goch: Ausstellung in der Kirche am Markt

Goch : Ausstellung in der Kirche am Markt

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde sind im Heilpädagogischen Zentrum des LVR in Goch Kunstwerke entstanden, die ab Sonntag, 11. Juni, in der Kirche am Markt zu sehen sind.

Es dürfte in der Ausstellung, die ab Sonntag, 11. Juni, in der Evangelischen Kirche in Goch zu sehen sein wird, einen Publikumsmagneten geben wird. Unübersehbar, groß und leuchtend, ein knallrotes Herz auf violettem Untergrund. Das Herz trägt ein großes Schloss, der Schlüssel wird gleich mitgeliefert. Das Werk heißt "Der Schlüssel zum Herzen", und damit ist schon viel gesagt über die Projektwoche, in der dieses und die anderen Kunstwerke entstanden sind, die in der Kirche gezeigt werden.

Die Woche im LVR-Heilpädagogischen Zentrum (LVR-HPZ) des LVR-HPH-Netzes Niederrhein in Goch stand unter der Überschrift "Vertrauen - Eindrücke und Aussichten". Rund 20 Frauen und Männer hatten sich dazu Gedanken gemacht und diese kreativ umgesetzt. Wie auf dem Herz-Bild - weil Vertrauen der Schlüssel zum Herzen ist.

Projektwochen gibt es regelmäßig im LVR-HPZ Goch, sagt Leiterin Conny Linsen. Jene, bei der die Kunstwerke entstanden sind, lief in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde. Karin Bömler, eine Kollegin, habe den Kontakt hergestellt, schnell habe sich das Thema Vertrauen herauskristallisiert. Da an den Projektwochen nicht nur die Frauen und Männer teilnehmen, die regelmäßig während des ganzen Tages im LVR-HPZ sind, sondern auch Menschen, die nur ab und zu vorbeischauen, sei die Umsetzung nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für ihr Team sehr spannend gewesen. "Unsere ständigen Besucher kennen wir gut, aber wie würden die anderen an das Thema herangehen?"

Tanja van Gellekom ist eine der Teilnehmerinnen, die nur ab und zu im LVR-HPZ vorbei schauen. Die 30-Jährige arbeitet regelmäßig in der Küche von Haus Freudenberg, der Werkstatt für Menschen mit Behinderung, und ist in ihrer Freizeit ansonsten nicht besonders kreativ, wie sie zugibt. "Aber das hier hat Spaß gemacht." Um aus Vertrauen ein Kunstwerk zu machen, musste zunächst herausgefunden werden, was Vertrauen eigentlich ist.

Van Gellekom weiß das sehr genau. "Ich habe nicht von Anfang an Vertrauen zu anderen Menschen. Vertrauen muss man aufbauen, den anderen erst einmal kennenlernen." Es gebe verschiedene Arten von Vertrauen - zu Freunden und Familie, in einer Partnerschaft, zum Arbeitgeber, zum Vermieter, um nur einige Beispiele zu nennen. Ganz wichtig: "Vertrauen gehört auf beiden Seiten dazu, man muss sich gegenseitig vertrauen."

Entstanden sind in der Woche, in der neben den kreativen Angeboten auch Entspannungsübungen und eine Besichtigung der Evangelischen Kirche auf dem Programm standen, viele außergewöhnliche Kunstwerke. Bilder natürlich, mal in kräftigen, mal in düsteren Farben, in denen sich die Betrachtenden verlieren und ihre Gedanken schweifen lassen können, Collagen wie das Herz oder das Werk "Gemeinschaft", an dem Tanja van Gellekom mitgewirkt hat. Eine Gruppenarbeit, wie die anderen Ausstellungsstücke auch. In der Mitte ist eine Sonne zu sehen, dazu auf blauem und grünem Untergrund Gipsabdrücke. Von zwei Händen zum Beispiel, ineinander verschlungen. "Weil Vertrauen dazugehört, einem anderen Menschen die Hand zu reichen."

Ein Hingucker, genau wie das Herz oder das Rad eines Fahrrades, das mit vielen kleinen Zetteln gespickt ist. "Input-Rad" ist der Titel, hier haben alle Teilnehmer Begriffe notiert, die sie mit Vertrauen, aber auch Misstrauen verbinden. Wer gründlich liest, stellt fest, dass die positiven Gedanken überwiegen. Vertrauen ist eben etwas Schönes - und als Kunst noch schöner.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 11. Juni, 10.30 Uhr, mit einem Gottesdienst zum Thema "Vertrauen". Zu sehen ist die Schau bis zum 16. Juli. Die Ausstellung ist vor und nach dem Sonntagsgottesdienst geöffnet. Auch auf Anfrage beim evangelischen Gemeindebüro Goch ist ein Rundgang durch die Ausstellung möglich.

(RP)