Auf der Expo Real wirbt Kalkar für sein Gewerbegebiet Kehrum

Expo Real : Friesland Campina steht vor dem Verkauf

Kalkars Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler gab auf der Münchener Messe Expo Real bekannt, dass nach acht Jahren Leerstand ein Interessent für das sechs Hektar große Gelände im Gewerbegebiet Kehrum gefunden ist.

Seit acht Jahren wartet die Stadt Kalkar auf diese Nachricht: Das sechs Hektar große Grundstück im Gewerbegebiet Kehrum, das 2011 von der Firma Friesland Campina aufgegeben wurde, steht vor dem Verkauf. Das erzählte der Kalkarer Wirtschaftsförderer Bruno Ketteler am Rande der Messe für Immobilien und Investitionen Expo Real in München. Damals hatten 200 Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, das riesige Gelände konnte acht Jahre lang nicht verkauft werden. Das scheint Vergangenheit: „Wir haben einen sehr konkreten Interessenten und die Gespräche sind schon sehr weit fortgeschritten“, sagte Ketteler und sprach, ohne einen Namen nennen zu können, von einem Interessenten aus der Region, mit dem Vertraulichkeit vereinbart worden sei.

Aufgerufen laut Maklerpreis ist eine Verkaufssumme von knapp zwei Millionen Euro: „Wir sind auf einem guten Weg“, urteilt Ketteler und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, auch wegen der Vermittlung eines regionalen Maklers. WfG-Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers, der schon vor acht Jahren die Immobilie auf der Expo Real anbieten sollte (was aber an Friesland Campina scheiterte), blickt zurück: „Es gestaltet sich ganz schön schwer, eine solch große Immobilie an den Mann zu bringen. Deshalb freue ich mich für Kalkar, wenn es jetzt klappt“.

Überhaupt stand die positive Entwicklung des aus dem Programm „Kalkar 2000“ entwickelten und insgesamt 45 Hektar Fläche fassenden Gewerbegebiets Kehrum im Mittelpunkt, als der Kalkarer Wirtschaftsförderer Bilanz zog. „Wir sind auf einem sehr erfolgreichen Weg“, sagte Ketteler. Die Firma Pfeifer & Langen investiere einen zweistelligen Millionenbetrag „und legt damit ein klares Bekenntnis zum Standort Kalkar ab“, ein anderes positives Beispiel sei das Stahl-Hochbau-Unternehmen Schwevers & Raab, das auf dem Kehrumer Gelände weiter wachsen wolle. Mit Blick auf die Zukunft habe man zur Vergrößerung des Gewerbegebiets 7,6 Hektar Flächen dazu gekauft, dafür gebe es schon „eine ganze Reihe von Interessenten, hauptsächlich kleinere oder mittlere Firmen“, sagt Ketteler.

Besonders zufrieden zeigt sich der Fachmann mit der jüngsten Entwicklung des Gewerbe- und Gründerzentrums Kalkar (GGK) in Kehrum, das seit etwa 20 Jahren existiert, „aber in den letzten zehn Jahren im Dornröschenschlag lag, ehe es jetzt revitalisiert wurde“, schmunzelt Ketteler und lobt den dafür verantwortlichen fachkundigen Berater Christian van Aarßen aus Kleve-Warbeyen, der die vielen jungen, innovativen Firmen betreut: „Er ist ein echter Kümmerer und spricht die Sprache der Gründer, auch Englisch und Chinesisch“, sagt Ketteler und hofft auf „Ausgründungen“ in der Zukunft. Stichwort China: „In sehr enger Zusammenarbeit mit der Kreis-WfG ist es gelungen, dass sich ein chinesischer Investor entschieden hat, insgesamt 1,2 Hektar Fläche auf dem 2016 von der Firma Bruker verlassenen Grundstück zu übernehmen mit einer Nutzfläche von 2500 Quadratmetern. Es handelt sich, wie mehrfach berichtet, um die Weise International GmbH, ein deutsch-chinesisches Dienstleistungszentrum, „das nach einem Jahr schon sehr erfolgreich läuft und inzwischen schon zehn kleinere Unternehmen aus China angesiedelt hat“. Besonders freut es Ketteler, „dass sich die Firma öffnet, zum Beispiel mit einem Tag der offenen Tür, der den Bürgern Einblicke gewährt hat“ (wir berichteten).

Gut gelaunte Wirtschaftsförderer auf der Expo Real: Hans-Josef Kuypers (l.) mit Bruno Ketteler. Foto: Jürgen Loosen

Blickt Ketteler auf die Gesamtsituation im Wirtschaftsstandort Kalkar, „dann kann man wohl von einem guten Lauf für Kalkar sprechen“. Dazu zählt für ihn auch, dass sich auf den citynah gelegenen Flächen in Kalkar-Ost mittlerweile ein Unternehmen und die Rettungswache des Kreises Kleve angesiedelt hat.

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