Goch Asperdener Familienbetrieb mit Herz

Goch · Raumausstattung Rosenbaum aus Asperden wird heute von der dritten Generation geführt. Das gute alte Handwerk ist geblieben, Trends sind gekommen und gegangen: die komplette Familie steht immer noch dahinter.

 Peter und Waltraud Rosenbaum (sitzend), dahinter Manuela Dückerhoff mit ihrem Lebensgefährten Dirk Rosenbaum und dessen Schwester Martina Rosenbaum-Ernst (von links) in ihrem Geschäft an der Triftstraße.

Peter und Waltraud Rosenbaum (sitzend), dahinter Manuela Dückerhoff mit ihrem Lebensgefährten Dirk Rosenbaum und dessen Schwester Martina Rosenbaum-Ernst (von links) in ihrem Geschäft an der Triftstraße.

Foto: Gottfried Evers

Es ist, als wäre es gestern gewesen. Die Sonntage mit dem Malbuch bei Papa im Büro. Oder das Kaufladen-Spiel im "echten" Raumausstatter-Geschäft und das Versteckspiel hinter Vorhängen und Ledersesseln. Wenn Dirk Rosenbaum und seine Schwester Martina Rosenbaum-Ernst von ihrer Kindheit erzählen, hat das elterliche Geschäft immer schon eine feste Rolle in ihrem Leben gespielt.

Zwar liegen Malbuch, Versteck- und Kaufladenspiel inzwischen mehr als zwei Jahrzehnte zurück, dennoch hat sich der Betrieb "Raumausstattung Rosenbaum" nie aus ihrem Leben geschlichen: Heute steht der 34-jährige Dirk Rosenbaum als Geschäftsführer an der Firmenspitze, seine Schwester Martina ist als Angestellte zwischen Ladenlokal und Büro geblieben - die dritte Generation hält ihrem Zuhause die Treue. Weil es Spaß macht "und wir uns nie etwas anderes hätten vorstellen können", versichern beide. Nicht mehr in der Geschäftsführung - und doch mit Rat und Tat im Boot - sind ihre Eltern, Waltraud und Peter Rosenbaum.

Sie haben im vergangenen Jahr den Betrieb an ihren Sohn Dirk übergeben, lassen die junge Generation mit ihren Aufgaben wachsen "und wenn wir gefragt werden, sind wir da", sagt Peter Rosenbaum. Für ihn und seine Frau war der Betrieb stets "das dritte Kind". Ob am Wochenende oder in den Abendstunden, beim Weihnachtsessen oder in den Ferien – die Firma war und ist stets Thema. Dass Privates und Geschäftliches derart ineinander übergehen, ist für Familie Rosenbaum ganz normal.

"Wenn man etwas gerne macht, ist das überhaupt nicht schlimm", sagt Waltraud Rosenbaum, "sondern gehört ganz selbstverständlich dazu." Wohnraum und Geschäftslokal unter einem Dach haben sie stets als vorteilhaft empfunden. Die Nähe, rasche Erreichbarkeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf - "das ist für uns immer optimal gewesen", erinnert sie sich noch allzu gut an die Zeiten, in denen ihre Kinder klein gewesen sind. Das gute alte Handwerk, die eigene Werkstatt und das sechsköpfige Team sind geblieben. 40 oder gar 50 Jahre Betriebstreue sind für die Rosenbaum-Mitarbeiter nicht ungewöhnlich.

Was 1946 von Leo und Maria Rosenbaum als Sattlerei und Polsterei nach dem Krieg aufgebaut wurde, zeigt heute ein breites Spektrum der Raumausstattung - von der Polsterei für neue und alte Sessel oder Stühle, über Bodenbeläge, Sonnen- und Insektenschutz, Gardinen oder Sitzsäcke bis hin zur Aufbereitung alter Möbelschätze. "In den vergangenen Jahren hat sich eine Menge getan", weiß Peter Rosenbaum, "doch unsere Stammkunden, die individuelle Fertigung und Service zu schätzen wissen, reisen auch von weiter her an."

1975 übernahm er das Geschäft seiner Eltern, in das seine eigenen Kinder Jahre später ebenfalls hineinwuchsen. In 2003 legte Dirk Rosenbaum die Meisterprüfung ab, übernahm im vergangenen Jahr den Chefsessel - und begeisterte sogar seine Lebensgefährtin Manuela Dückerhoff für "Raumausstattung Rosenbaum". Sie wird zum 1. März ihre Tätigkeit dort aufnehmen, "weil für mich klar war, dass ich meinen Partner unterstützen möchte." Das ist wohl das Geheimnis. Genau so funktioniert ein Familienbetrieb mit Tradition. Genau so funktioniert "Raumausstattung Rosenbaum": mit Herz.

(kare)
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