1. NRW
  2. Städte
  3. Goch

Goch-Asperden: Antonius-Skulptur zurück in Asperden

Goch-Asperden : Antonius-Skulptur zurück in Asperden

Eine hölzerne Skulptur aus dem 16. Jahrhundert steht in der Kirche. Es ist eine Darstellung des Heiligen Antonius, den die Besitzerin Maria Drießen der Antonius-Gilde als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.

Etwa 80 Zentimeter ist sie hoch, bemalt und aus Eichenholz gefertigt. Die eingedübelten Hände der Skulptur sind etwas locker, am Sockel sind leichte Absplitterungen zu erkennen, die Oberfläche weist leichte Beschädigungen durch Wurmfraß auf. Mehrere hundert Jahre ist die Skulptur des Heiligen Antonius alt, aus dem "ersten Viertel des 16. Jahrhunderts", sagt Gustav Kade, 1. Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins (HVV) und Gildenbruder der St. Antonius Gilde in Asperden.

Seit kurzem steht die Skulptur in der St. Vincentius-Kirche in Asperden - wer vom Kirchengestühl aus einen Blick in die linke Ecke des Innenraumes wirft, kann einen Blick auf den hölzernen Antonius werfen, der dort auf einem Tisch steht. "Maria Drießen kam bei einem Vortrag auf Graefenthal auf mich zu und sagte, im Kalkarer Museum stehe eine Antonius-Figur aus dem 16. Jahrhundert", sagt Gustav Kade. Die Figur gelangte als Erbstück über den Großvater, den Vater und den Onkel in den Besitz von Maria Drießen (gebürtige Gantevoort), seit 2001 lieh sie die Skulptur dem Kalkarer Museum zur Ausstellung aus, bis sie sie kürzlich der Asperdener St. Antonius Gilde als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte.

 Im Krieg wurde die St.-Vincentius-Kirche erheblich beschädigt. Umso wichtiger ist es laut Gustav Kade, dass man die Statue erhalten konnte.
Im Krieg wurde die St.-Vincentius-Kirche erheblich beschädigt. Umso wichtiger ist es laut Gustav Kade, dass man die Statue erhalten konnte. Foto: STADTARCHIV

"Die Bruderschaft ist immer sehr kirchennah gewesen, deswegen steht die Skulptur nun in der Asperdener Kirche", erklärt Kade. Nicht zum ersten Mal - denn schon in der alten Asperdener Kirche soll die Skulptur gestanden haben, erklärt Kade. In den Besitz der Familie Gantevoort gelangte die Heiligenstatue 1893 über den Pfarrer Gustav Ferbers: Der hatte eine Rechnung des Dorfschmiedes Suitbert "Sib" Gantevoort (1874 bis 1940) zum Teil mit der Antoniusfigur beglichen, nachdem Gantevoort die Beschläge der Kirchentüren hergestellt hatte. "Der Herr Pfarrer galt - so der Volksmund berichtet - als sehr sparsam", erzählt Kade. Gantevoort zeichnet neben den Beschlägen der Kirchentüren auch für die schmiedeeisernen Beschläge am Friedhofsportal verantwortlich.

Mit dem Bischöflichen Generalvikariat Münster will die Bruderschaft die Skulptur nun restaurieren lassen. "Dr. Reinhard Karrenbrock unterstützt uns dabei als Berater der Kunstpflege des Generalvikariats", sagt Kade, der froh ist über die Rückkehr des Heiligen Antonius nach Asperden: "Der Niederrhein hat durch die Kriege nicht mehr viele solcher Dinge. Deswegen ist dieses Kulturgut auch so wichtig und man muss es für die nachfolgenden Generationen erhalten."

(RP)