Anna-Stift Goch erhält Unterstützung durch Kwak-Spendengelder

Sozialprojekt : „Wippe“ für ein  buntes Kinderleben

Als die Alfred-Jodocus-Kwak-Stiftung aufgelöst wurde, stellte sich die Frage, was aus den Spendengeldern werden sollte. Die van-Veen-Stiftung fand Lösungen.

Begabungen junger Benachteiligter fördern und ganz allgemein für Kinderrechte einstehen - darum geht es der Herman-van-Veen-Stiftung. Die Stiftung des bekannten niederländischen Sängers und Poeten hinterlässt jetzt eine dauerhafte Spur in Goch: Sie fördert mit 50.000 Euro das Projekt „Wippe“ des Anna-Stifts. Dazu kam es, weil die van-Veen-Stiftung sich bereit erklärt hatte, sich um das „Erbe“ der aufgelösten „Alfred-Jodocus-Kwak-Stiftung“ zu kümmern. Die war bekanntlich im Jahr 2009 aus der van-Veen-Stiftung zu dem Zweck hervorgegangen, Geld für ein in Kessel geplantes Erholungsheim für schwerstkranke Kinder zu sammeln. Die Rechnung ging nicht auf, die Spenden blieben weit hinter den Erwartungen zurück, die Kwak-Stiftung beantragte im März dieses Jahres bei der Bezirksregierung ihre Auflösung. Und es stellte sich die Frage, was aus dem Geld werden sollte, das viele wohlwollende Bürger den kranken Kindern zukommen lassen wollten.

Hans-Werner Neske aus Xanten ist der Vorsitzende der Herman-van-Veen-Stiftung und hat gerade erst am Spendenmarathon von RTL mitgewirkt. 125.000 Euro überreichte der Xantener als Gutschein in einer „Kwak“-Ente den TV-Paten Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer für die Arbeit des Vereins „Dunkelziffer“, der missbrauchte Kinder und Jugendliche betreut, für Therapien sorgt und prophylaktisch arbeitet.

Um Vorsorge und Begleitung geht es auch bei dem Gocher Projekt, das vom Anna-Stift, der Jugendhilfe am Niederrhein, ins Leben gerufen wurde. Die „Wippe“ ist eine Eltern-Kind-Tagesgruppe, die kleine Kinder, deren Eltern der Erziehungsaufgabe nicht so ganz gewachsen sind, behutsam ins Leben schaukelt. Bis zu sechs Elternteile (vorwiegend Mütter) kommen werktags mit ihren bis zu vier Jahre alten Kleinkindern in die Gruppe, um zu lernen, wie man eine intensive Bindung zum eigenen Kind aufbaut. Nebenher geht es auch um die Vermittlung von Kenntnissen in Haushalt, Kinderpflege und was Eltern sonst noch so drauf haben sollten.

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„Vermittelt werden uns die Mütter und Kinder über das Jugendamt“, berichtet Lisa Hinkelmanns (die neue Gocher Karnevalsprinzessin), die mit einer Kollegin zusammen die Gruppe anleitet. „Vor allem sorgen wir erstmal für Struktur, dafür, dass die Mütter regelmäßig montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr hier sind, gesundes und preiswertes Essen zubereiten, ihr Umfeld sauber halten, mit den Kindern spielen. Ziel ist es, eine verantwortungsbewusste Lebensführung für sich und vor allem zu Gunsten des Kindes zu entwickeln.“ Damit vielleicht irgendwann nicht mehr das Jugendamt nach der Familie schauen muss.

Die Herman-van-Veen-Stiftung hatte explizit nach einer förderwürdigen Adresse in Goch gesucht, denn vornehmlich Gocher waren es ja auch, die für das avisierte Kesseler Projekt gespendet hatten. Von der „Wippe“ sind Neske und sein Finanzchef Per-Olaf Ulrich aus Pfalzdorf begeistert. Und weil die Spende so großzügig ausfällt, kann das Anna-Stift sie sogar aufteilen: Ein Teil soll der Gestaltung der Außenanlage des Hauses, in dem die Tagesgruppe „wohnt“, dienen. Der größere Teil – „Wippe II“ sozusagen – kommt der Gocher Martin-Franz-Stiftung zugute, damit sie die Erzieherinnen ihrer integrativen Kindergärten besonders qualifizieren und Eltern besser beraten kann. „Das soll keine einmalige Förderung sein, wie wollen behinderten und benachteiligten Kindern in Goch weiterhin zur Seite stehen. Die Wippe ist für uns so etwas wie ein ,kleines Kwak-Haus’“, sagt Neske. Übrigens habe der Großteil der Spender sein Geld zurückverlangt. Das ist mit der Auflage verbunden, den bereits genossenen Steuervorteil zurückzuzahlen.

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