Goch: Anklage: Babys aus Angst vor Entdeckung ermordet

Goch : Anklage: Babys aus Angst vor Entdeckung ermordet

Am Mittwoch beginnt vor dem Schwurgericht der Prozess gegen die 25-jährige Frau, die im Haus ihres Vaters in Weeze zwei Kinder geboren und sofort getötet hat. Die Staatsanwaltschaft hat die Frau wegen zweifachen Mordes angeklagt. Ein psychiatrischer Gutachter hält sie für schuldfähig.

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, brachte die Angeklagte auf dem ehemals landwirtschaftlichen Hof ihres Vaters am 27. November 2012 und zwischen dem 11. und dem 13. September 2013 jeweils ein lebendes Kind zur Welt. Sie war dabei allein, niemand merkte etwas von den Vorgängen. Den ersten Säugling würgte die Angeklagte "in Tötungsabsicht" mehrere Minuten lang, bis er keine Luft mehr bekam und starb. Die Leiche legte sie auf dem Strohspeicher des Hofes ab. Auch das zweite Kind wollte sie nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ganz bewusst nicht am Leben lassen, würgte und ertränkte es. Das leblose Kind wickelte die Mutter in Bettlaken und Handtücher und steckte es in eine Mülltüte, die sie auf dem Speicher versteckte. Erst am 23. September wurden beide Babyleichen vom Vater der jungen Frau entdeckt.

Die Anklage geht von Mord "aus niedrigen Beweggründen" aus: Gefühlskalt und aus rein wirtschaftlichen Gründen habe die 25-Jährige gehandelt. Die Frau führte ein ausschweifendes Sexualleben, über das sie freimütig in sozialen Medien berichtete. Die Kinder sind offenbar von ihr unbekannten Sexualpartnern gezeugt worden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft fürchtete die in Weeze aufgewachsene Frau, von ihrem Vater enterbt zu werden, wenn er von ihrem Lebenswandel und dessen Folgen erfahren würde. Der Vater war es dann auch, der die Polizei zu den Kinderleichen führte. Die Tochter wurde bei der in Geldern lebenden Mutter festgenommen.

Für die Verhandlung sind fünf Prozesstage angesetzt, 13 Zeugen und zwei Sachverständige sollen gehört werden. Es wird mit einem erheblichen Medienaufkommen gerechnet.

(nik)
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