An der Pfalzdorfer Straße war Freitag Spatenstich für Aldi

Stadtentwicklung : Bis Jahresende zwei neue Aldi-Märkte

Der halbfertige Kreisverkehr an der Pfalzdorfer Straße rückt nicht nur „Neu-See-Land“ in den Blick, er zeigt auch, wo der künftige Aldi-Markt positioniert wird. Ein zweiter an der Weezer Straße ist bereits im Bau.

Von ANJA SETTNIK

Ein großes Schild am Bauplatz macht auf das Vorhaben aufmerksam, das längst kein Geheimnis mehr ist: Aldi Süd baut an der Pfalzdorfer Straße am Eingang zum Wohngebiet „Neu-See-Land“ eine neue Filiale. Sie soll bereits im Dezember fertig sein und wird möglich, weil der Stadt ein Grundstückstausch gelang: Wie mehrfach berichtet, wird der Discounter sein Geschäft an der Gartenstraße schließen und es der Stadt überlassen, damit das Gelände städtebaulich optimal entwickelt werden kann. Im Gegenzug bekommt der Lebensmittel-Riese ein riesiges Grundstück am jüngsten und mit Abstand größten Gocher Neubaugebiet. Am Freitag war Spatenstich.

Architekt Egon Verhoeven aus Kevelaer realisiert an der Pfalzdorfer Straße einen Einkaufsmarkt des aktuellsten Typs. Wie Prokurist Martin Stopa, Leiter Filialentwicklung bei Aldi, berichtete, wird es sich um ein Flachdachgebäude halten mit hoher Raumhöhe und bodentiefen Fenstern. 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche sind eine Menge, noch weit mehr Platz ist draußen, denn Aldi hat 11 900 Quadratmeter gekauft. Verhoeven erklärt: „Wir richten auf dieser Fläche 128 Stellplätze ein, die jeweils 2,80 Meter breit sind, natürlich gibt es auch Behinderten- und Eltern-Kind-Plätze.“ Das Rangieren dürfte also auch für gestresste Familien kein Problem darstellen.

Gochs Bürgermeister Ulrich Knickrehm erinnerte daran, dass es in Gesprächen mit Aldi zunächst eigentlich nur um die Weezer Straße gegangen war. „Ersta, als ich mit Herrn Stopa über unser großes Neubaugebiet ins Gespräch kam, nahm die Idee, auch dort einen Markt zu errichten, langsam Formen an.“ Und dann ging es recht schnell, denn schon in der kommenden Woche soll mit den Erdarbeiten begonnen werden. Weil für Supermärkte das Weihnachtsgeschäft immer besonders wichtig ist, wird angestrebt, zu Nikolaus den Betrieb aufnehmen zu können. Ein ambitionierter Plan, aber Architekt Verhoeven und die übrigen Akteure sind da zuversichtlich.

Auf RP-Anfrage sagte Martin Stopa zudem, dass der andere Aldi-markt schon nach den Sommerferien fertig sein soll. Jeder Passant sieht, dass dort, wo erst vor wenigen Wochen alte Häuser und ein früherer Netto-Markt abgebrochen wurden, schon die ersten Wände stehen. Aber zurück an die Pfalzdorfer Straße. Laut Planzeichnung wird die Fläche zwischen der Fortsetzung des Rings , der bestehenden Bebauung und der Lagarden-Straße im ebenfalls neuen Baugebiet 24 grün eingefasst werden. Die Anbindung sowohl für Kunden als auch für die Anlieferer geschieht von der Pfalzdorfer Straße aus. Rechts von der bestehenden und dort verbleibenden Pumpstation wird die Zufahrt sein; von dort geht’s zu zwei Parkinseln, den Abstellflächen entlang des Rings und zur Einkaufswagenbox. Laut Bürgermeister kann sich später jenseits des Aldi-Grundstücks Kleingewerbe ansiedeln. Da gebe es aber noch nichts Spruchreifes.

Wolfgang Jansen als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft GO! berichtete einmal mehr, wie gut der Verkauf der Neu-See-land-Grundstücke nun funktioniere. „Auch für den Teil C haben wir schon 66 Voranfragen. Erst, wenn die Tiefbauarbeiten in der Umgebung abgeschlossen sind und der Endausbau der Baugebiete A und B ansteht, wird der vorerst „halbe“ Kreisverkehr und das neue Ring-Stück genutzt. Auch der Ostring bis zum Hunsberg wird in näherer Zukunft von weiteren Tiefbauarbeiten betroffen sein.

Wichtig ist den Stadtvertretern, zu betonen, dass die Aldi-Zufahrt so weit vom Kreisverkehr weg geplant wurde, dass eventueller Rückstau den Ring nicht belastet und Radfahrer, die demnächst dort unterwegs sein werden, nicht gefährdet. Denn Neu-See-Land mit seinem extravaganten Ziergewässer soll ein ruhiges Wohngebiet bleiben – den Verkehr soll schließlich der Ring aufnehmen.

Ob es schon Pläne für die Fläche an der Gartenstraße gibt, wo Aldi 35 Jahre lang Lebensmittel verkaufte, war nicht zu erfahren. Aber dass dort Wohnbau realisiert werden soll, ist klar. Eine gute Lage, so dicht an der Niers und der City.

Mehr von RP ONLINE