Goch: Am Wochenende ruht die Baustelle

Goch: Am Wochenende ruht die Baustelle

Ein paar Tage sollen die Anwohner der Hellendornstraße vom Lärm der Rüttelplatten verschont bleiben - erst am Mittwoch gehen die Arbeiten weiter. Bürger zeigen angesichts der Unannehmlichkeiten viel Geduld.

Besonders faire, einsichtige und geduldige Menschen scheinen an der Hellendornstraße in Goch zu wohnen. Obwohl ihre Situation seit Monaten ausgesprochen unkomfortabel ist, hört man kein lautes Murren. Zwar hatte Anlieger Michael Urban der Rheinischen Post kürzlich einen Leserbrief geschickt, in dem er feststellte, dass das Entsorgungsunternehmen Schönmackers angesichts der Baustelle so manches Mal den Müll stehenlässt, wenn es (so die Erklärung) nicht an die Tonnen ran kommt.

Selbst diese Kritik paarte Urban jedoch noch mit einem Lob: "Die Tiefbaufirma Siebers, die mit ihrem schweren Gerät im Auftrag der GO! baggert und rüttelt, bemüht sich nach Kräften, den Bürgern zu helfen, wo immer das möglich ist", stellt Urban fest. Die Männer sind ansprechbar, erklären und packen auch schon mal an, wenn ein älterer Mensch eine Tonne nicht allein durch den Sand ziehen kann.

Der freundliche Baggerfahrer hilft auch schon mal, die Mülltonnen an einen Ort zu stellen, von dem aus der Entsorger sie aufnehmen kann. Foto: nik

Die Hellendornstraße ist in gesamter Länge von den Bauarbeiten betroffen - von der Einmündung Kalkarer Straße bis zum Hunsberg. Überall werden Kanäle verlegt, mächtige graue Betonrohre und Steinzeugrohre, die das Schmutzwasser aufnehmen. Am Rand liegen außerdem Gas-und Wasserleitungen, für die die Stadtwerke zuständig sind. Beim Baustellenbesuch der RP hatten die Arbeiter gerade begonnen, die Baustelle aufzuräumen.

"Wir sorgen dafür, dass die Anwohner wenigstens am langen Wochenende hier fahren und auch die Bewohner der Stichstraßen problemlos ihre Häuser erreichen können", erklärt Polier Volker Meesters. Ohnehin bemühe man sich, immer einen Streifen befahrbar zu lassen - für Anliegerfahrzeuge, Kinderwagen, Fahrräder. Auch die Schulkinder der Liebfrauenschule können stets auf einem der Gehwege ungefährdet laufen.

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Am Mittwoch werden die Arbeiten weitergehen. "Die Hauptkanäle haben wir schon verlegt und für die Regenabläufe gesorgt, nun folgen die Schmutzwasseranschlüsse bis an die Häuser." In Absprache mit der GO! als Auftraggeber werde die Straße in Teilabschnitten wiederhergestellt. Die provisorisch befahrbar gemachte Oberfläche muss allerdings an einigen Stellen noch mal geöffnet werden, weil noch Leitungen zu sanieren sind. Eine Firma für Kanalinspektion dokumentiert parallel zu den Arbeiten den Zustand des Kanals.

Wann das ganze Projekt abgeschlossen sein und wieder eine feste Fahrbahndecke vorhanden sein wird - das war gestern nicht zu erfahren. Schon einmal wurde die Baumaßnahme für mehrere Wochen unterbrochen: Dem Vernehmen nach wurde allerlei Munition aus dem Krieg bei den Baggerarbeiten entdeckt. Ein Fall für die Bezirksregierung, die den Kampfmittelräumdienst schickte, der in Goch und überall, wo intensiv gebaut wird, derzeit viel zu tun hat.

Alte Gocher sprechen von einem Bombentrichter, der nach dem Krieg mit dem Schutt verfüllt wurde, den man gerade hatte. Allzu genau wurde dabei wohl nicht darauf geachtet, was da alles drin verborgen war.

(RP)
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