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Aldi Süd eröffnet am 9. Januar an der Pfalzdorfer Straße in Goch

Einzelhandel in Goch : Ein neuer Aldi für Gochs neuen Stadtteil

Mit der Eröffnung der Discounter-Filiale an der Pfalzdorfer Straße am Donnerstag um 8 Uhr wächst das Neu-See-Land um einen weiteren zentralen Punkt. Aldi schließt eine weitere Bebauung – zum Beispiel ein Drogerie-Markt – auf dem erworbenen Grundstück nicht aus. Das Gelände an der Gartenstraße wird bis Ende März der Stadt übergeben. Danach soll es „verantwortungsvoll“ überplant werden.

Es ist nicht nur die Eröffnung eines Discounters: Mit der neuen Aldi-Süd-Filiale an der Pfalzdorfer Straße wächst der neue Gocher Stadtteil Neu-See-Land um ein großes Stück. 12.000 Quadratmeter Grundstück hat die Unternehmensgruppe von der Stadt Goch erworben. Mitte Mai war erster Spatenstich. Donnerstag, rund siebeneinhalb Monate später, wird der Markt eröffnet. Um Punkt 8 Uhr können Kunden die moderne Filiale, die sich nach eigenen Angaben das Thema „Frische“ auf die Fahnen geschrieben hat, stürmen. Als Eröffnungsangebot lockt unter anderem ein Laptop für 449 statt 699 Euro.

Dass an der Pfalzdorfer Straße, unmittelbar am Ostring, ein Aldi-Markt eröffnet, war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. „Es musste erst Baurecht geschaffen“, sagte Martin Stopa, verantwortlich für die Filialentwicklung bei der Aldi Süd Regionalgesellschaft in Rheinberg. Ein langer Prozess, der im Oktober 2017 die Fortschreibung des vorhandenen Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahre 2012 mit sich brachte. Damit war das Nahversorgungszentrum Pfalzdorfer Straße – wie es offiziell heißt – beschlossene Sache. Und zwar einstimmig.

 Filialleiterin Sandra Hellmann (l.) und Malvina Huber räumen ein.
Filialleiterin Sandra Hellmann (l.) und Malvina Huber räumen ein. Foto: Evers, Gottfried (eve)
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Stopa, der aus diesem Grunde die Gocher Verwaltungsspitze und Politik zur Vorabbesichtigung am Dienstagabend einlud, sagte „Danke“: „Ich glaube, mit unserem Architekten Egon Verhoeven aus Kevelaer ist es uns gelungen, ein ganz tolles Objekt in dieser tollen Lage, im Neu-See-Land, zu errichten. Es ist modern, es ist luftig und mit unserer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach auch noch klimaneutral.“ In Zahlen: Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück stehen 12.000 Kubikmeter umbauter Raum mit modernster Technik (LED-Beleuchtung und CO2-Kühltechnik). „60 Gewerke haben hier gearbeitet“, sagte Verhoeven. Die Nutzfläche ist 2000 Quadratmeter groß, die Verkaufsfläche 1200 mit 1800 Artikeln im Standard-Sortiment sowie 120 Artikeln in der Obst- und Gemüseabteilung. Dazu die Angebotsware. Des Weiteren gibt es 126 Stellplätze und ein Kunden-WC mit Wickeltisch. Zum Vergleich: Die bisherige Filiale an der Gartenstraße, die seit Dienstagmittag geschlossen ist, steht auf einem 6500 Quadratmeter großen Grundstück, hat 1500 Quadratmeter Nutz- und 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die 13 Mitarbeiter von dort ab sofort im Markt an der Pfalzdorfer Straße. „Mittelfristig soll das Team um Filialleiterin Sandra Hellmann auf 18 bis 20 Mitarbeiter wachsen“, sagte Stopa.

 Das Areal an der Gartenstraße wird Ende März der Stadt übergeben.
Das Areal an der Gartenstraße wird Ende März der Stadt übergeben. Foto: Julia Lörcks

Dazu, also um wirtschaftlich zu sein, müssen 12.000 bis 15.000 Einwohner die Filiale nutzen. Für den Hintergrund: Zum 31. Dezember 2017 hatte Goch 33.618 Einwohner. Nach Angaben von Wolfgang Jansen von der Gocher Stadtentwicklungsgesellschaft GO! wurden in Neu-See-Land bisher 110 Grundstücke verkauft. Das macht in unmittelbarer Nähe mehr als 400 „neue“ Einwohner. „Mittelfristig setzen wir auf den Lückenschluss zwischen dem Nordring und Ostring“, so Stopa in Richtung Bürgermeister Ulrich Knickrehm. Er wiederum verwies auf die mündlich vereinbarte Planungsvereinbarung mit dem Bund und der Deutschen Bahn. Knickrehm: „2025 soll der Bau realisiert werden.“

Wahrscheinlich schon etwas eher geht es an der Gartenstraße los. Das Areal, das aus städtebaulicher Sicht besonders interessant ist, wird bis Ende März der Stadt Goch übergeben. „Danach werden wir es verantwortungsvoll überplanen“, sagte Knickrehm. Wolfgang Jansen wurde etwas konkreter: „Es wird Richtung Wohnbebauung gehen.“

Übrigens nicht nur an der Gartenstraße kann gebaut. Martin Stopa von Aldi Süd zieht auch eine weitere Bebauung auf dem erworbenen Grundstück an der Pfalzdorfer Straße in Erwägung. Ein 1500 bis 2000 Quadratmeter großes Grundstück sei dort noch frei. Wann und wer – all das sei zwar noch offen. „Auch ein Drogerie-Markt ist möglich.“ Dazu müsste allerdings die Politik zustimmen, die nach Angaben von Jansen auch immer die Kernstadt im Blick hat. „Wir wollen unsere Innenstadt natürlich nicht schwächen.“