Goch: Airport hat Ersatz für Vertical Vision

Goch : Airport hat Ersatz für Vertical Vision

Das Unternehmen entwirft und fertigt große Plakate. Der Firmennebensitz am Flughafen schien eine gute Adresse. Doch Vertical Vision hat Weeze verlassen. Neuvermietung gelungen – "das funktioniert gut", sagt Ludger van Bebber.

Das Unternehmen entwirft und fertigt große Plakate. Der Firmennebensitz am Flughafen schien eine gute Adresse. Doch Vertical Vision hat Weeze verlassen. Neuvermietung gelungen — "das funktioniert gut", sagt Ludger van Bebber.

Riesige Banner warben vor einigen Jahren an der Berliner Charité für den damals neuen Ford Focus. Die Büros von "Erlebe Fernreisen" am Flughafenring und das schicke Airport-Restaurant profitierten von der Nähe des Unternehmens "Vertical Vision" auf dem Flughafengelände. Eine Vorzeigefirma, deren Produkte — großformatige Plakate und Banner — nicht nur am Niederrhein für viel Aufmerksamkeit sorgten. Doch plötzlich waren sie weg, die Druck-Spezialisten. Neben dem Hauptsitz Köln ist "Vertical Vision" jetzt nur noch in München und Berlin vertreten.

Messebau und -druck, Auto- und Lkw-Beklebungen sowie digitale Großformatdrucke sind die Spezialität des Unternehmens, das seinen früheren Weezer Niederlassungsleiter als Angestellten behalten hat. Dirk Leiber, auch bekannt als Leiter der Pfadfindergruppe "Polution Police", arbeitet mit einer Kollegin nun von Hause aus. Nach RP-Informationen sind einige Weezer Beschäftigte ins Hauptquartier gewechselt, andere mussten sich einen neuen Job suchen. Eine Begründung für den Weggang war kurzfristig von der Firmenzentrale nicht zu bekommen. Ob der Mietpreis zu hoch war? Das bestreitet Marketingchef Holger Terhorst: "Unsere Preise sind absolut marktgerecht, und wir haben die Halle ja auch schon wieder vermietet. Klagen über unsere Konditionen hören wir nicht." Wo bis 2013 Plakate gefertigt wurden, werden jetzt große Gabelstapler für Containerhäfen getestet. Ein langer Leerstand war also nicht zu beklagen. "Wir sind mit der Vermietungsquote recht zufrieden", versichert Terhorst. Sowohl, was die ehemaligen Wohnhäuser der Briten anbelangt, als auch, was die Nutzung von Gewerbeimmobilien anbelangt.

Ludger van Bebber, Geschäftsführer des Flughafens, führt es genauer aus: "Sicher geht ab und zu mal jemand weg, dann kommt aber meist ein neuer Interessent schnell nach. Die Interessen der Mieter sind unterschiedlich; mancher braucht auch nur temporär Lagerfläche." Als Lager seien vor allem die Bunker sehr gefragt, die naturgemäß ziemlich einbruchsicher sind. "Frei sind nur noch ein oder zwei Hallen und einige kleinere Nebengebäude; die Wohnhäuser sind zum Großteil vermietet", sagt van Bebber — vor allem an Arbeitnehmerüberlassungen, die dort ihre Mitarbeiter wohnen lassen. Die Gebäude im Einfahrtsbereich des Airportgeländes — etwa der alte Supermarkt "Naafi" oder das Astra-Kino — seien für heutige Zwecke kaum nutzbar. "Es wäre auch nicht gut, an der Zufahrt zum Gelände viel gewerblichen Verkehr zu haben. Und für eine Tankstelle, wovon früher einmal geträumt worden war, müsste "mehr Frequenz" her. "Drei bis vier Millionen Passagiere", sagt van Bebber. Passagiere, die der Airport nach den jüngsten Ryanair-Streckenstreichungen vorerst kaum mehr erreichen dürfte.

(RP)
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